Bayern zieht gegen real madrid die revanche-karte – kane schickt erste warnung

München/ Madrid – Die Champions League liefert das Duell, auf das ganz Europa wartet. Nach dem 4:1 gegen Atalanta und einer makellosen 10:2-Gesamtbilanz im Achtelfinale treffen die Bayern im Viertelfinale auf Real Madrid. Die Kampfansage kommt direkt von Harry Kane: „Wir fürchten niemanden.“ Der Stürmer erzielte gegen Bergamo seinen nächsten Doppelpack und schickt damit ein Signal Richtung Bernabéu.

Kompany schwärmt von epischer kulisse

Vincent Kompany kann die Aufregung kaum verbergen. „Das ist Top-top-top-Level-Fußball“, sagt der Belgier und lacht kurz über seine eigene Wortschöpfung. „Die Geschichte beider Vereine ist einfach zu groß, als dass man hier von einem normalen Spiel reden könnte.“ Er spricht von 28 Pflichtspielen gegen die Königlichen, von zwölf Siegen auf jeder Seite – und von einer Bilanz, die seit 2012 klar für die Spanier spricht. Vier K.o.-Niederlagen in Folge lasten auf dem Rekordmeister.

Die letzte liegt erst ein Jahr zurück. Damals im Mai schlug Real im Halbfinale zu – späte Tore, viel Unmut, ein Platzverweis und anschließend lange Gesichter in der Allianz Arena. Max Eberl hat die Szene noch im Kopf. „Dann wird es Zeit, dass sich das mal ändert“, sagt der Sportvorstand und wischt sich mit der Hand durch die Luft, als wolle er die Erinnerung wegfegen.

Termine stehen, pulle schon jetzt hoch

Termine stehen, pulle schon jetzt hoch

Am 7. April empfängt Real im Bernabéu, eine Woche später antwortet Bayern im eigenen Stadion. Tom Bischof, 19 Jahre alt, gerade mal zwei Champions-League-Spiele auf dem Buckel, lacht über die Frage nach der Favoritenrolle. „Zwei brutale Spiele, wir haben vor niemandem Angst. Das wird ein geiler Schlagabtausch.“ Seine Stimme wird rauer, als würde er sich schon in der Kabine vorstellen, zwischen Kroos und Bellingham.

Kompany weigert sich, eine Prognose abzugeben. „Beide Mannschaften haben so viel Qualität, dass Favoritenfragen lächerlich sind“, sagt er. Die Zahlen sagen etwas anderes: Real ist seit 18 Heimspielen in der K. o.-Phase ungeschlagen, Bayern hat in dieser Saison auswärts noch kein einziges Gegentor kassiert. Irgendwas muss jetzt reißen.

Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef, hat schon Karten für seine spanischen Kollegen reserviert. „Das ist ein episches Duell“, sagt er und deutet an, dass die Nachfrage nach VIP-Plätzen bereits das Dreifache der verfügbaren Kontingente übersteigt. „Wir erwarten ein Fest – und wir erwarten Sieg“, fügt er hinzu. Keine Frage, keine Drohung, einfach eine Feststellung.

Harry Kane wird 31 in drei Wochen. Er hat noch nie ein Champions-League-Finale gewonnen. Gegen Atalanta schoss er das 1:0 und das 3:1, beide Male aus spitzem Winkel, beide Male mit links. „Ich bin nicht hier, um Viertelfinalisten zu werden“, sagt er und stapft mit nassen Haaren in den Katakomben davon. Der Blick geht nach Madrid, dann zurück nach München. Irgendwann muss diese Serie reißen – und wenn nicht jetzt, wann dann?