Bayern zerlegt gladbach, real madrid trifft in der 94. minute: europas top-clubs liefern sich nervenkrimi

Der Freitagabend gehörte ganz den Großen. Bayern München schickt Borussia Mönchengladbach mit einem 4:1-Schnellzug nach Hause und baut die Vorspirale in der Bundesliga auf 14 Punkte aus. Real Madrid ringt Celta Vigo in der 94. Minute nieder und kratzt an Barças Fersen. Der FC Liverpool vergisst die Pokal-Blamage von vor drei Tagen und fegt den Wolverhampton Wanderers aus dem FA-Cup.

Bayern spielt sich in hochform – und das ohne gala-startelf

Vincent Kompany blieb kühl. Der Belgische Trainer rotierte kräftig, ließ Musiala, Laimer und Guerreiro zunächst draußen – und sah trotzdem ein 4:1, das Gladbachs Abwehrreihen wie ein Blizzard wegfegte. Kane, Olise, Sané und ein Eigentor von Itakura binnen 66 Minuten. Die Münchner wirken hungrig, selbst als Sieger. Der einzige Wermutstropfen: Manuel Neuer fehlt erneut, diesmal wegen Adduktor-Problemen. „Wir vermissen ihn, klar. Aber Ulreich hält die Null, bis zur 88. Minute“, sagte Kompany mit einem Schulterzucken, das so viel bedeutet wie: Wir lassen uns nicht aufhalten.

Psg patzt gegen monaco – luis enrique zögert zu lange

Paris St-Germain bleibt zwar Tabellenführer, doch der 1:3-Abend im Prinzenpark schmeckt nach Bitterkeit. Monaco nutzte die Räume, die PSGs Mittelfeld nach dem 1:1-Ausgleich offen ließ. Minamino und Ben Seghir schraubten den Deckel zu, während Luis Enrique erst in der 73. Minute wechselte. „Wir haben geträumt, sie haben zugeschlagen“, sagte Monacos Adi Hütter und lachte dabei wie ein Mann, der weiß, dass seine Elf jetzt auf Platz fünf die Europa-League-Plätze im Visier hat.

Valverde rettet real madrid – ancelotti jubelt in der nachspielzeit

Santiago Bernabéu? Nein, diesmal war Balaídos der Schauplatz der Dramatik. Celta Vigo führt bis zur 84. Minute, dann kommt Modric und läsmt die Kugel auf Bellingham fallen, der einköpft. In Minute 94. flippt Valverde die Partie mit einem Dropkick aus 18 Metern. 2:1, Punkt, Basta. Real springt auf einen Zähler hinter Barcelona, das am Samstag bei Athletic Bilbao ran muss. „Wir leben von diesen Sekunden“, sagt Ancelotti und wischt sich den Schweiß von der Stirn, als hätte er selbst getroffen.

Liverpool fegt wolves aus dem cup – slot rotiert, salah liefert

Arne Slot nahm die Pokal-Pleite gegen Newcastle als Warnung. Fünf Neue in der Startelf, dazu Mohamed Salah, der nach seiner Oberschenkel-Zerrung sofort wieder trifft. 3:1, Diogo Jota mit einem Doppelpack. Die Reds sind eine Runde weiter, der Trainer kann wieder lächeln. „Wir haben keine Zeit, Trauer zu verbreiten“, sagt Slot. „Jeder Gegner will uns knipsen, wir müssen ihn zuerst knipsen.“

Die Zahlen des Abends: 13 Tore in vier Partien, drei Siege der Auswärtsmannschaften, ein Eigentor, ein spätes Drama – und eine Botschaft: In Europa zählt nur, wer bis zum Schlusspfiff noch sprintet. Die Meister werden nicht gelost, sie werden erzwungen.