Bayern tanzen sich in die schlammschlacht: alba dreht spiel komplett!
Berlin hat gesprochen – und Bayern München hat nicht zugehört. Was für ein dramatischer Einbruch des FC Bayern Basketball in der entscheidenden Phase des Finales gegen Alba Berlin! Statt der Meisterparty in der BMW Halle geht es in die Verlängerung des Dramas, nachdem die Bayern eine komfortable Führung aus der Hand gegeben haben.
Die verlorene kontrolle: was schief lief in der zweiten hälfte
Mitte des dritten Viertels führte Bayern mit zehn Punkten Vorsprung – ein Spiel, das nach Ansicht der Dinge entschieden schien. Doch dann passierte es: Eine erschreckende Ergebniswende, ein 26:2-Run der Berliner, der die Münchner in ihren Grundfesten erschütterte. Die Offensive verstummte, die Würfe fanden kein Ziel, und Alba nutzte die Chance reizlos aus. Johannes Voigtmann, Welt- und Europameister, versuchte sich im Nachgang an eine Erklärung.
„Wir haben offensiv komplett den Faden verloren“, so Voigtmann gegenüber Sport1. „Zu viele Turnover, schlechte Entscheidungen. Wir haben die Berliner eingeladen und ihnen einen Lauf ermöglicht. Defensiv war es okay, aber die zweite Fünf, zu der ich gehörte, hatte da einen Aussetzer.“ Die Worte des erfahrenen Spielers treffen den Nagel auf den Kopf: Die Bayern wirkten plötzlich kraftlos, zu weich gegen das aggressive Spiel der Berliner.
Die Berliner hingegen präsentierten sich als eine Mannschaft, die nichts zu verlieren hatte – ein „Do-or-Die“-Spiel, das ihnen zusätzliche Bissigkeit verlieh. Voigtmann räumte ein, dass dies zwar eigentlich ein Nachteil sein sollte, da der Druck im Laufe des Spiels steigen würde, doch die Bayern scheinen den Vorteil, mit zehn Punkten Vorsprung zu führen, nicht genutzt zu haben.
Die Hitze in der Halle wurde ebenfalls als möglicher Faktor genannt, doch Voigtmann wies diesen zurück: „Es war für beide Mannschaften gleich heiß. Damit muss man schon zurechtkommen.“

Sonntag entscheidend: kann bayern die wende schaffen?
Am Sonntag steht das entscheidende fünfte Spiel an, und die Bayern sind gefordert, ihre Leistung deutlich zu steigern. Voigtmann blickt dennoch optimistisch in die Zukunft: „Wenn wir das defensive Level beibehalten, vielleicht sogar noch eine Schippe drauflegen und uns in der Offensive steigern, bin ich guter Dinge. Wir spielen zu Hause, da ist es offensiv meist einfacher.“
Die Erfahrung aus der vergangenen Saison, als die Bayern ebenfalls im entscheidenden fünften Spiel in heimischer Halle den Titel gegen Ulm holten, könnte den Bayern nun zum Rückhalt werden. Doch diesmal gilt es, mental voll da zu sein, bereit, den Kampf anzunehmen und sich noch einmal deutlich zu steigern. Denn eines ist klar: Die Meisterschaft ist noch nicht verloren, aber Bayern muss sich neu finden und das Spiel mit neuer Entschlossenheit angehen. Der Titel hängt am seidenen Faden – und am Kampfgeist der Bayern.
