Bayern schüttelt bernabéu – und den beton!

Madrid bebte nicht nur vor Anspannung, sondern auch unter den Füßen. Bei jedem Jubelschrei der 4.000 Bayern-Fans im oberen Nordtribünenbereich des Bernabéu schien die gesamte Osttribüne zu wanken. Ein ungewöhnliches Schauspiel, das Architekten dringend prüfen sollten – bevor der nächste Angriff aus München kommt.

Real madrids fundament bröckelt

Real madrids fundament bröckelt

Das 1:2 gegen Bayern München offenbarte mehr als nur eine Niederlage. Es offenbarte tiefe Risse im Fundament des Real Madrid. Die Elf von Daniel Arbeloa kämpfte mit Herz und Stolz, doch gegen die Bayern fehlte schlichtweg die Substanz. Mbappé, der teuerste Spieler der Welt, war der einzige Lichtblick, doch er konnte die Defizite im Spiel nicht kaschieren. Die Diskussion, ob Real Madrid ohne den französischen Superstar besser dasteht, ist müßig – Mbappé erzielte das einzige Tor für die Madrilenen und kreierte die besten Chancen.

Thiago Alcántara hatte erneut einen rabenschwarzen Tag. Nach seinem Patzer gegen Manchester City wiederholte sich das Bild: Ein Ballverlust im eigenen Strafraum ermöglichte Bayern einen gefährlichen Angriff. Nur Lunin, der Youngster im Tor, konnte mit einer Glanzparade gegen Gnabry schlimmeres verhindern. Sein Einsatzwillen wurde von den Fans belohnt, doch sein Ungestüm birgt immer wieder das Risiko eines kostspieligen Fehlers.

Arda Güler stach als einziger echter Lichtblick im weißen Trikot hervor. Der junge Türke verstand das Spiel, kämpfte bis zum Schluss und bereitete Mbappé mit einem feinen Pass die Chance zur Führung vor. Seine Technik und sein Einsatzwillen waren beeindruckend.

Manuel Neuer bewies, dass er trotz seines Alters noch immer zu den besten Torhütern der Welt gehört. Mit drei präzisen Paraden hielt er die Bayern im ersten Durchgang im Spiel, obwohl Mbappé und Vinicius immer wieder gefährlich aufspielten. Der erfahrene Keeper war der Fels in der Brandung, als es am wichtigsten war.

Olise machte Carreras das Leben schwer. Der französische Flügelspieler dominierte das Duell gegen den Rechtsverteidiger des Real Madrid. Carreras, der normalerweise eine Bank im Bernabéu ist, fand kein Mittel gegen die Geschwindigkeit und Technik von Olise. Es war lange Zeit nicht zu sehen, dass ein Gegenspieler im Bernabéu so überlegen war.

Die fragwürdigen Entscheidungen von Schiedsrichter Michael Oliver könnten die Rückpartie beeinflussen. Tchouaméni sah die Gelbe Karte für einen rücksichtslosen Zweikampf mit Olise, während Tah für ein Foul gegen Mbappé ungeschoren blieb. Die gleiche Strafe für unterschiedliche Vergehen – ein ärgerlicher Umstand für die Madrilenen.

Die Bayern reisen mit breiter Brust nach München. Sie haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, eines der größten Fußballstadien der Welt zu bezwingen. Real Madrid muss sich nun fragen, wie sie das Ruder herumreißen wollen. Der Glaube an Mbappé ist der letzte Strohhalm – aber auch er kann ein Wunder nicht erzwingen. Die Zeichen stehen auf Abschied von der Königsklasse.