Bayern kocht: hoeneß zerlegt schiri-team nach 1:1 in leverkusen

Christian Dingert wird diese 90 Minuten nie vergessen. Nach dem 1:1 in Leverkusen war der Schiedsrichter nicht mehr der Unparteiische, sondern der Hauptdarsteller eines Dramas, das Uli Hoeneß zur härtesten Schiri-Kritik seiner Karriere trieb. „Die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel gesehen habe“, donnerte der Ehrenpräsident. Der Grund: zwei Spielszenen, die Meisterschaft und Moral durcheinanderwirbeln.

Kane-tor weg, díaz rot: die doppelfehlentscheidung

47 Sekunden war Harry Kane auf dem Platz, als er den Ball mit dem Oberarm kontrollierte und einschob. Dingert schaute sich die Szene am Monitor an, ahndete Handspiel, nahm den Treffer zurück. Knut Kircher, Chef des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, nennt das „einen klassischen Graubereich“. Fakt ist: Kanes Ellenbogen steht leicht ab, die Berührung ist minimal, der Treffer hätte stehen können.

Brisanter noch: Luis Díaz war bereits in der Kabine, als der Kollegenschutz einräumte, die Gelb-Rote Karte für Schwalbe sei „leider nicht richtig“. Díaz war nach leichtem Kontakt mit Lukas Hradecky zu Boden gegangen – Dingert entschied auf Simulation, obwohl ein minimaler Armstoss des Keepers sichtbar ist. „Wenn der Schiri nach dem Spiel sagt, er würde es nicht mehr geben, ist das ein Eigentor sondergleichen“, so Herbert Hainer. Der Satz „Satz mit X, das war wohl nix“ macht seither die Runde in den Katakomben der BayArena.

Die stimmen werden lauter – und gefährlicher

Die stimmen werden lauter – und gefährlicher

Die Bayern-Spitze reagiert mit einer Mischung aus Galgenhumor und blanker Wut. Karl-Heinz Rummenigge schmunzelte bitter: „Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald ein eigenes VAR-Studio in der Allianz Arena.“ Hoeneß droht mit juristischen Schritten, will Präzedenzfälle prüfen. Dahinter steckt die Angst, die Meisterschaft könnte durch zwei Fehlentscheidungen in fünf Minuten verspielt werden.

Kircher versucht zu beschwichtigen, doch seine Worte klingen wie ein Schulterzucken: „Wenn Uli Hoeneß sagt, es war die schlechteste Leistung, ist das seine Meinung.“ Die Liga aber spürt: Das Vertrauen in die Unparteiischen ist angeknackst. Und das nächste Mal pfeift Dingert wieder – vielleicht im Pokal, vielleicht in der ChampionsLeague. Dann wird der Countdown erneut starten, und die Bayern haben ihre Kameras schon auf Rekord gestellt.

Am Ende bleibt eine 1:1-Ergebnismaschine, die keinen Sieger kürt, aber vielleicht die Saison verändert. Die Bayern liegen zwei Punkte hinter Bayer Leverkusen, und jeder weiß: Wenn die Schiris nicht pfeifen, muss man Tore schießen. Die Liga schaut jetzt genauer hin – und die Liga schweigt nicht mehr.