Bayern jagen das triple – höwedes zeigt die hakimi-schwäche, die paris beben lässt
Paris ist kein Spaßplatz mehr, sondern ein Minenfeld. Um das Triple noch zu retten, muss der FC Bayern am Dienstagabend (21.00 Uhr/live) genau dort einen Weg finden, wo andere schon verloren haben: zwischen Mbappés Sprintbahn und Dembélés Zauberfüßen. Benedikt Höwedes, Weltmeister von 2014 und heute TV-Analyst, hat den Plan parat – und der riecht nach Altmeister-List.
Hakimis linker fuß kann tore zaubern, sein rückraum ist offen
„Offensiv sind Hakimi und Nuno Mendes Weltklasse, defensiv bleiben bei Hakimi manchmal Fragezeichen“, sagt Höwedes im kicker. Die Botschaft ist so einfach wie brisant: Bayern müssen den Marokkaner vor allem dann attackieren, wenn er selbst gerade nicht attackiert. Leroy Sané und Co. sollen den Ball auf die rechte Seite tragen, Hakimi ins Eins-gegen-eins locken – und dann dribbeln, bis der 25-Jährige den Halt verliert. „Wenn du Olise ins Duell jagst, wirst du irgendwam ein Duell verlieren – allein kann den niemand verteidigen“, so der Ex-Schalker weiter. Kurz: Über die Außenbahn, durch Hakimis Rücken – das ist Bayern Ticket für ein Erfolgserlebnis in Saint-Denis.
Doch der Schein trügt. Paris ist längst nicht mehr das vermeintlich defensiv-brüchige Kollektiv, das Bayern im November mit 1:2 besiegte. „PSG ist viel besser drauf“, warnt Höwedes. Luis Enrique hat seine Truppe in einen Hochgeschwindigkeitsmodus versetzt, in dem sich Positionen nur noch auf dem Smartphone erkennen lassen. „Bis auf die Innenverteidiger haben sie eigentlich keine Position klar besetzt, da kann jeder irgendwo rumlaufen, sehr ähnlich zu Bayern“, analysiert der 38-Jährige. Wer einen Schritt zu spät kommt, fliegt buchstäblich aus dem Spielfilm.

Ausfall-achter: drei offensivkräfte fehlen, gnabry fällt länger aus
Vincent Kompany muss auf zentrale Puzzlestücke verzichten. Serge Gnabry zog sich einen Adduktoren-Ausriss im rechten Oberschenkel zu und fällt nicht nur gegen Paris aus. Raphael Guerreiro (Muskelfaserriss), Tom Bischof (Wadenfaserriss) und Lennart Karl (Muskelfaserriss) fehlen ebenfalls. Die Breite, die in der Rückrunde so oft den Unterschied machte, schrumpft zum schmalen Grat. Paris wiederum kann auf Vitinha und Hakimi zurückgreifen – beide standen am Montag beim Abschlusstraining auf dem Platz.
Die Rechnung ist dennoch simpel: Wer in der Hauptstadt nicht mindestens ein Tor mit nach München bringt, darf sich am 6. Mai keinen Ausrutscher leisten. Harry Kane warnte deshalb vor übereilten Ballverlusten und fehlendem Gegenpressing. Höwedes untermauert: „Es muss alles auf den Punkt genau passen.“ Die Alternative heißt: 90 Minuten gegen Mbappé, Barcola und Co. im Rückstand rennen – das endet selten gut.
Bayern haben die Landkarte. Jetzt müssen sie nur noch den Weg gehen – quer durch Hakimis linker Seite, direkt ins Herz von Paris.
