Bayern gewinnt in bologna – pesic' suche nach assistenztrainer!
Ein Sieg, der zur rechten Zeit kommt: Die Bayern Basketballer haben in Bologna einen wichtigen Erfolg gefeiert und die Italiener mit 85:80 bezwungen. Während die Fußball-Stars des FC Bayern zeitgleich in Madrid um das Champions-League-Ticket kämpfen, katapultieren sich die Basketballer zumindest vorübergehend ins Rampenlicht – auch wenn die Play-off-Hoffnungen in der Euroleague bereits ausgeträumt sind.
Überraschendes angebot nach dem spiel
Doch das Spiel selbst geriet fast zur Randnotiz angesichts einer überraschenden Äußerung des Bayern-Coaches Svetislav Pesic. Gaia Accoto, die italienische TV-Reporterin, hatte ihn nach den 26 Assists seines Teams gefragt, die zum Sieg führten. Pesic’ Antwort ließ die Zuschauer sprachlos zurück: „Sehr gute Analyse. Ich suche noch einen Assistent-Coach.“ Ein Moment der blanken Überraschung, der für einige Lacher sorgte – und die Frage aufwarf, ob Pesic vielleicht doch den perfekten Assistenten direkt vor seinen Augen gefunden hat.
Die Bundesliga-Krise wirft einen langen Schatten auf die Bayern. Drei unerwartete Niederlagen in Folge gegen Bamberg, Towers und MBC haben die Stimmung im Team getrübt. Der Sieg in Bologna ist daher ein willkommener Lichtblick, aber die Aufgaben sind noch lange nicht erledigt. Am Sonntag gastieren die Bayern in der BBL bei Chemnitz, wo sie unter Erfolgszwang stehen. Zuvor müssen sie sich am Donnerstag in Mailand beweisen – eine italienische Woche, die die Nerven der Spieler strapazieren wird.
Michael Körner, MagentaSport-Kommentator und Basketball-Experte, sieht die Sache kritisch: „Der Pesic-Effekt ist in den letzten Wochen deutlich nachgelassen. Die Leistungen gegen die Towers und den MBC waren schlichtweg bedenklich.“ Die Frage ist, ob der Sieg in Bologna ausreicht, um das Selbstvertrauen der Mannschaft wiederherzustellen und den Abwärtstrend zu stoppen.

Wiedersehen mit alten bekannten und eine kämpferische schlussphase
Das Spiel gegen Bologna hatte auch einen sentimentalen Beigeschmack. Carsen Edwards, der letzte Saison noch DER Superstar der Bayern war, kehrte als Spieler der Gastgeber zurück. Auch Karim Jallow wechselte in diesem Sommer von Ulm nach Italien. Das erste Viertel dominierten die Bayern überraschend stark (23:16), doch Bologna wehrte sich und ging in die Pause mit einem knappen Vorsprung von 43:43. Edwards konnte bis dahin nur zwei Punkte erzielen.
Die zweite Hälfte verlief zunächst zäh, wie Körner anmerkte: „Defensiv ist es von beiden Seiten nicht der Wahnsinn.“ Doch die Bayern zeigten im dritten Viertel eine deutliche Steigerung und gingen mit 66:58 in Führung. In der Schlussphase entwickelte sich ein spannender Kampf, als Bologna den Ausgleich zum 72:72 herstellte. Doch die Bayern behielten die Nerven und sicherten sich den Sieg.
David McCormack war mit 24 Punkten erfolgreichster Werfer der Bayern. „Fühlt sich großartig an“, jubelte der Amerikaner nach dem Spiel. „Am Donnerstag wollen wir in Mailand gewinnen und die italienische Woche mit einem Sweep beenden.“
Die Bilanz: Ein Sieg, der zwar Hoffnung macht, aber noch lange keine Garantie für eine erfolgreiche Zukunft bietet. Die Bayern müssen ihre Leistungen steigern, um in der Bundesliga und der Euroleague wieder eine ernstzunehmende Rolle zu spielen. Die Suche nach der Konstanz geht weiter – und vielleicht, ganz vielleicht, findet Svetislav Pesic ja doch noch den passenden Assistenten.
