Bayern gegen gladbach: kompany lässt die zweite garde jagen

Freitagabend, Borussia-Park – das einst gefürchtete Angstgegner-Klischee ist längst zur Fußnote verkommen. Für den FC Bayern geht es gegen Mönchengladbach nicht um Revanche, sondern um Perfektionierung. Vincent Kompany plant Rotation statt Rache, denn in vier Tagen wartet Atalanta Bergamo auf den Europaprimus.

Die statistik lügt nur noch selten

143 Gegentore kassierte der Rekordmeister gegen keinen anderen Bundesligisten so oft wie gegen die Borussia. Doch die letzten fünf Duelle endeten allesamt mit einem Bayern-Sieg, drei davon ohne Gegentor. Die Zahlen sprechen klar: Die Fohlen sind Tabellenletzter, die Münchner marschieren Richtung Titel. Trotzdem: Das 0:5 im DFB-Pokal vor drei Jahren nagt noch an der Seele – ein Debakel, das Kompany jetzt als Lehrstück nutzt.

Die Frage ist weniger, ob die Bayern gewinnen, sondern wie. Kompany könnte erstmals seit Wochen wieder auf Manuel Neuer bauen – der Kapitän kehrt nach Muskelbündelriss zurück und braucht Spielpraxis vor Bergamo. Dahinter lauert ein Dilemma: Lennart Karl saß zuletzt zweimal 90 Minuten auf der Bank, Jamal Musiala und Serge Gnabry buhlen ebenfalls um die Zehnerposition. Die Top-Elf ist noch nicht in Top-Form, die zweite Garde klopft lautstark an.

Gladbach spielt nur noch die statistenrolle

Gladbach spielt nur noch die statistenrolle

Die Borussia schielt auf den Klassenerhalt, nicht auf Pokalsensationen. Gerardo Seoane muss seine angeschlagenen Leistungsträger schonen, will aber auch nicht als Sparringspartner dastehen. Das Stadion wird trotzdem voll sein – nicht aus Glauben an einen Sieg, sondern aus Tradition. Die Fans wissen: Selbst ein Unentschieden wäre ein kleiner Triumph gegen den sichtlich überlegenen Gegner.

Kompany wird probieren, beide Welten zu vereinen: Einige Stars bekommen Erholung, andere Einsatzzeit. Die Marschroute steht fest: Kein Gegentor, kein Aufwand, keine Überraschung. Die Champions League beginnt im Kopf schon am Freitag. Wer sich da nicht präsentiert, verspielt womöglich seinen Platz im Flieger nach Italien.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Mönchengladbach war einmal der FC Bayerns Alptraum, heute ist es nur noch ein Testgelände. Die nächste Niederlage der Borussia ist keine Frage des Ob, sondern des Wieviels. Und für Kompany zählt nur ein Satz: Bergamo vor, Gladbach nebenbei erledigt.