Bayern demoliert atalanta mit 6:1 – stanisic trifft nach genialer ecke

München schlägt Bergamo mit der Faust. Der FC Bayern zerlegt Atalanta in 90 Minuten so brutal, dass selbst die italienische Presse von einer „Lezione di calcio“ spricht. 6:1 lautet die Antwort auf alle, die nach dem BVB-Debakel noch an der Souveränität des Rekordmeisters zweifelten. Dabei war es ein Einzelschicksal, das den Abend eröffnete: Josip Stanisic, gerade erst vom Kreuzbanddrama zurück, staubt nach einer quick ausgeführten Ecke zum 1:0 ab – sein erstes Champions-League-Tor überhaupt und gleichzeitig die Initialzündung für ein Feuerwerk.

Die ecke, die atalanta in die knie zwang

Michael Olise erkennt die Lücke, bevor sie entsteht. Statt zu schweben, schlägt er die Hereingabe flach ins Zentrum, wo Serge Gnabry durch die Beine von Gianluca Scamacca hindurchlegt. Stanisic kommt mit Tempo, vollstreckt aus fünf Metern. Die Atalanta-Defensive steht noch in der Anfangsphase, das Stadion verstummt. Es ist dieselbe Unachtsamkeit, die Joshua Kimmich vor zwölf Monaten ausgenutzt hatte, als er mit einem Balljungen im Rücken Donnarumma überraschte. Die Bayern haben offensichtlich ein Archiv für spektakuläre Eckbälle.

Danach wird es rasant. Harry Kane düpiert Sportiello mit einem Lupfer, Musiala tankt sich durch drei Gegner, Sané setzt den Schlusspunkt. Atalanta, sonst so robust, wirkt wie ein Team, das vergessen hat, wie man Tritt austeilt. Gian Piero Gasperini schreit sich heiser, doch seine Mannschaft findet keine Antwort auf den Dauerdruck der Münchner. Das 1:4 durch Lookman kurz vor der Pause ist nur ein Strohfeuer.

Kompany setzt die richtigen reize

Kompany setzt die richtigen reize

Vincent Kompany hatte vor Anpfiff gewarnt: „Vollpressing ist schön, aber wir werden auch kämpfen.“ Seine Spieler übersetzen die Ansage in Taten. Pavlovic und Kimmich kontrollieren das Zentrum, Mazraoui überlappt wie ein Flügelstürmer. Die Expected Goals-Statistik zeigt 3,2 zu 0,9 – ein Wert, der die Dominanz auf den Punkt bringt. Nach 70 Minuten wechselt Kompany durch, gibt den Jungs wie Laimer und Tel Spielzeit, ohne den Rhythmus zu verlieren. Das ist keine Rotation, das ist Demonstration von Kaderstärke.

Die Bayern springen auf Platz eins der Gruppe, haben bereits neun Tore geschossen und keines kassiert, wenn man das Gegentor gegen Atalanta als Lehrgeld verbucht. Die nächste Hürde heißt Barcelona. Wer nach diesem Abend noch glaubt, München sei nur ein Play-off-Kandidat, hat offensichtlich nicht zugesehen. Die Maschine läuft – und sie hat erst warmgekocht.