Bayern demolieren atalanta 6:1 und stehen mit einem bein im viertelfinale

Ein Fußball-Abend wie aus dem Lehrbuch: Der FC Bayern schlägt Atalanta Bergamo 6:1 und macht den Halbfinaleinzug zur Formsache. Jan-Christian Dreesen feiert seine Mannschaft – und verneigt sich vor gegnerischen Fans, die selbst beim 0:6 nicht aufhörten zu singen.

Dreesens liebeserklärung an atalantas unbeirrbare anhänger

Dreesens liebeserklärung an atalantas unbeirrbare anhänger

„Ein großes Kompliment an die Fans von Atalanta“, sagte der Vorstandschef in der Barockvilla Moroni. „Bei 0:6 weiter anzufeuern, das ist Europapokal-Kultur. So etwas vergisst man nicht.“ Die Gäste hatten die Partie zur Pause schon mit 3:0 entschieden, doch statt zu wirtschaften, drehten sie weiter auf. „Nach dem Seitenwechsel haben sie ernsthaft weitergespielt, statt zu schonen. Das ist Mentalität, das ist Champions-League-Reife“, schwärmte Dreesen.

Der Kantersieg war keine Momentaufnahme. Bayern agierten mit der Rücksichtslosigkeit eines Titelfavoriten: Pressing auf italienischem Rasen, Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte, Tore im Minutentakt. Michael Olise spielte Katz und Maus mit der Atalanta-Abwehr, Jamal Musiala tankte sich durchs Zentrum, bis ein Foul ihn aus dem Spiel warf. Auch Alphonso Davies musste mit Tränen raus – Achillessehnen-Zerrung, Saison womöglich vorbei. „Wir haben mit dir mitgefühlt, Alphonso. Dir und Jamal wünschen wir eine rasche Genesung“, sagte Dreesen.

Die Münchner Delegation feierte in der Lombardei bis nach Mitternacht, doch der Chef warnte schon vor Party-Exzessen. „Die Tür ist weit auf, aber wir müssen sie auch durchlaufen. Nächste Woche in der Allianz Arena erwarte ich die gleiche Seriosität.“ Der BVB war in Bergamo gescheitert, die Bayern wollen die Lehre gezogen haben. „Wir spielen nicht larifari, sondern Vollgas.“

Mit dem 6:1 stellt Bayern die beste Hinspiel-Auswärtsbilanz seit 2015 sicher. Die Statistik: 17 Tore in den letzten vier Pflichtspielen, kein Gegentor aus dem Spiel heraus seit 252 Minuten. Die Nordkurve in München kann sich schon mal warm singen – das Viertelfinale ist so gut wie gebucht.