Bayern bleibt trotz 71:78-klatsche in kaunas mit erhobenem kopf
Kein Trainer, kein Playoff-Traum – und trotzdem lieferten die Bayern in Kaunas eine Antwort ab, die wehtut und stolz macht zugleich. Mit 71:78 gehen sie gegen Zalgiris unter, aber sie gehen nicht unter.
Justus hollatz startet wie ein raketenstart, dann stille
Der erste Viertel gehört ganz Justus Hollatz. Zehn Punkte in zehn Minuten – danach schweigt seine Wurfuhr. Das ist das Basketball-Drama in einer einzigen Statistikzeile. Hollatz trifft, Kaunas zuckt zusammen, die 14.777 in der Zalgirio Arena halten den Atem an. Doch der nächste Treffer bleibt aus, und mit ihm die Münchner Hoffnung auf den großen Wurf.
Die Bayern führen zur Pause mit 38:34, sie halten Maodo Lo und Sylvain Francisco, zwei ehemalige eigene Jungs, in Schach. Doch nach dem Seitenwechsel dreht Zalgiris auf, überrollt München mit einem 19:4-Lauf. Die litauische Maschine läuft auf Hochtouren, während Emir Mutapcic an der Seitenlinie steht – erstmals als Chef, weil Svetislav Pešić mit Fieber in München geblieben ist.

Mutapcic findet worte, die weh tun und helfen
„Ich bin zufrieden mit unserer Energie“, sagt Mutapcic nach Abpfiff. Kein Trainer redet gern über Niederlagen, aber er redet über Haltung. Die Bayern haben sich nicht erneut demütigen lassen, wie beim 70:98 im Hinspiel. Sie haben gekämpft, sind physisch rangegangen, haben Kaunas gezwungen, bis zur Schlusssirene zu zittern.
Die Zahlen sind hart: 17. Heimsieg in Serie für Zalgiris, Bayern bleibt bei 8 Siegen aus 26 Euroleague-Spielen. Die Post-Season ist seit Wochen Makulatur, aber die Ehre nicht. Und Ehre zählt in der Kabine, wo Weltmeister Andi Obst sitzt und die Schuhe auszieht, ohne den Kopf hängen zu lassen.
Am Donnerstag kommt Asvel Lyon, Tabellenletzter, in die Audi Dome. Vielleicht ist Pešić wieder da, vielleicht nicht. Sicher ist: München will die Saison nicht als Statist, sondern als Kämpfer beenden. Die Euroleague ist für die Bayern vorbei, die Saison noch lange nicht.
