Bayern bangt! pesicisiert nach knappem sieg gegen bonn

München – Ein Sieg, der kaum schmeckt: Der FC Bayern Basketball hat sich in Spiel eins der Halbfinalserie gegen die Telekom Baskets Bonn mit 83:78 gerettet. Doch statt Freude herrscht im Lager der Münchner Ernüchterung, und das liegt vor allem an den Worten des Trainers Svetislav Pesic, der sein Team gnadenlos kritisierte.

Die offensichtliche schwäche: rebounds und tempo

Die Partie war ein Spiegelbild der bisherigen Saison des FC Bayern: Phasenweise brillant, dann wieder erschreckend unkonzentriert. Bonn nutzte die Münchner Schwächen im Fast Break und beim Kampf um die Rebounds geschickt aus. 18 Offensiv-Rebounds für die Gäste sprechen eine deutliche Sprache – und hätten den Ausschlag zu Gunsten Bonns geben können, so Pesic.

„Wenn Bonn heute gewonnen hätte, wäre das absolut verdient gewesen“, betonte der Coach nach dem Spiel. „Sie haben uns dominiert, eigentlich das ganze Spiel. Wir haben vielleicht am Ende etwas gefunden, um das Spiel auf unsere Seite zu ziehen, vielleicht war es auch unsere individuelle Qualität.“ Doch diese Qualität schien lange Zeit nicht auf dem Platz zu stehen.

Besonders bitter war für Pesic, dass sein Team die bekannten Stärken der Bonner nicht in den Griff bekam. Das schnelle Spiel der Gäste führte immer wieder zu Überzahlsituationen und somit zu weiteren Chancen auf Offensiv-Rebounds. „Das wissen wir alles. Wir haben erfahrene Spieler und sind darauf vorbereitet. In diesem Zusammenspiel haben wir heute leider versagt, das muss ich so klar sagen. Das müssen wir um jeden Preis verhindern und uns verbessern.“

Die Tatsache, dass die Baskets am Ende mit 71 Würfen deutlich mehr Abschlüsse hatten als die Bayern (58 Würfe), unterstreicht die Dominanz der Gäste in der ersten Halbzeit. „Ich weiß nicht, wie sie nicht gewonnen haben“, stellte Pesic ungläubig fest.

Pesic’s monolog: vergangenheit ist irrelevant

Pesic’s monolog: vergangenheit ist irrelevant

Pesic, bekannt für seine pointierten Aussagen und legendären Monologe, ließ auch diesmal die Bombe platzen. Bei einer Nachfrage von Sport1, ob sein Team Bonn unterschätzt hätte, wies er die Frage energisch zurück. „Das ist keine Frage für mich. Ich unterschätze niemanden.“

Stattdessen ließ er sich zu einem weiteren Monolog hinreißen, in dem er betonte, dass die Vergangenheit im Spitzensport keine Rolle spiele. „Ich bin einer der besten Trainer aller Zeiten im europäischen Basketball. Ich habe alles gewonnen. Es gibt keinen Titel, den ich nicht gewonnen habe. Aber ich weiß, dass im Spitzensport die Vergangenheit nicht existiert. Es zählt nur das Hier und Jetzt.“

Er forderte sein Team auf, sich schnellstmöglich zu fangen: „Wenn wir in den nächsten Spielen denken, dass wir mit unserer Offensive sowieso gewinnen, dann werden wir ganz sicher verlieren. Wir müssen ganz schnell in der Realität ankommen.“

Die Frage, wer die Verantwortung für die Leistung des Teams tragen sollte, lenkte Pesic geschickt ab. „Es ist eine Frage für den Präsidenten, den Sportdirektor, für den Kapitän, für den Medical Staff und den Coaching Staff. Fragen Sie die alle.“

Trotz der deutlichen Kritik und der knappen Niederlage zeigte sich Pesic am Ende versöhnlich. „Aber es ist alles gut. Ich wollte das nur klarstellen.“

Die Ausgangslage für die kommende Partie ist klar: Der FC Bayern muss eine deutliche Leistungssteigerung zeigen, wenn es mit dem Einzug ins Finale und dem erneuten Gewinn der Meisterschaft etwas zu werden hat. Das nächste Duell gegen Bonn steht bereits am Montag an – und Pesic wird mit Sicherheit kein Mitleid erwarten.