Baumgart wirft das handtuch: bayern zerlegt union und jagt den 101-tor-rekord
Steffen Baumgart redete sich nicht heraus. Keine Mängelliste, keine Ausreden. Nach dem 0:4 gegen Bayern München stand der Union-Trainer vor den Mikrofonen und sagte schlicht: „In allen Belangen überlegen.“ Die Berliner hatten keinen Stich, keinen Plan, keine Chance.
Kompany lässt die maschine tanzen
Vincent Kompany lächelt kaum, aber sein Team jubelt in Serie. Mit 96 Treffern nach 27 Spielen sind die Münchner auf Kurs, den legendären 101-Tor-Rekord der Saison 1971/72 zu pulverisieren. Michael Olise, Serge Gnabry und Harry Kane schrauben sich an diesem Samstag an die Spitze der Torjägerliste – und keiner wirkt überrascht.
Die Statistik ist brutal: Bayern läuft 112 Kilometer, gewinnt 63 Prozent der Zweikämpfe und erlaubt Union gerade einmal zwei Torschüsse. Baumgart spricht von „Ballbesitz-Kontrolle auf einem anderen Level“ und meint damit nicht nur das Kombinationsspiel, sondern den gnadenlosen Pressing-Zyklus, der die Gäste in ihre Hälfte sperrt.
Harry Kane trifft zum 31. Mal in dieser Liga-Saison. Noch zehn Tore bis zum Lewandowski-Rekord, noch vier Spieltage Zeit. Der Engländer wirkt wie ein Mann, der weiß, dass die Geschichte auf ihn wartet. Neben ihm jubelt Gnabry, der mit einem Doppelpack auf 13 Saisontore kommt – seine beste Marke seit drei Jahren.

Pavlovic fällt aus – löw fragt sich
Die einzige Sorge: Aleksandar Pavlovic bleibt mit Hüftproblemen in der Kabine. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann ein Warnsignal, denn nächste Woche startet die Länderspiel-Reihe. Kompany betont, man wolle „kein Risiko eingehen“, doch der Zeitplan wird eng. Ohne Pavlovic verliert Bayerns Mittelfeld an Balance – ein Luxusproblem, den sich Union derzeit nur wünschen kann.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wer die Meisterschaft will, muss an diesem Bayern vorbei. Und das sieht derzeit niemand. Baumgart packt sich an der Kappe, geht mit hangenden Schultern in den Mannschaftsbus. Kompany dagegen stapft Richtung Mixed-Zone, die Stimme ruhig, die Augen klar. Sein Satz hallt nach: „Wir schaffen den Rekord, weil wir nie vergessen, wer wir sind.“
