Cornelia hütter zögert: ist das ihr letzter abfahrtsritt?
Cornelia Hütter könnte am Sonntag in Saalbach-Hinterglemm zum letzten Mal ins Ziel sausen. Die 33-Jährige spricht offen über ein Karriereende – und klingt dabei, als hätte sie sich längst verabschiedet.
Die kleine kugel rutschte durch die finger
Noch 2022 jubelte sie in Meribel, hatte Lara Gut-Behrami in letzter Sekunde gestellt und die Abfahrtswertung gewonnen. Drei Jahre später fehlen elf Punkte zur kleinen Kugel. Ein Rennen, ein Tor, ein Hauch – und nichts ist mehr wie damals. „Das sind eben auch schon ein, zwei Jährchen“, sagt sie und klingt dabei, als rede sie über eine andere Frau.
Am Freitag, noch vor dem Training, fragte ServusTV direkt: „Sollten sich die Fans Sorgen machen?“ Hütter lachte nicht. Sie nickte nur. „Die Frage kam in den letzten Tagen öfter.“ Ihre Antwort: „Ich möchte diese Saison einfach fertig fahren – so wie sie kommt.“ Kein Nein, kein Ja. Nur ein Seufzer, der alles sagt.

50:50 – Und kein netz unter dem sprung
Seit 2011 im Weltcup, 13 Jahre Vollgas, 13 Jahre Kälte, 13 Jahre Adrenalin. „Ich weiß nicht, ob ich etwas anderes machen oder noch ein, zwei Jahre weitermachen werde“, gesteht sie. Die Entscheidung sei „schwierig“. Das klingt nicht nach Sportlerlatein, das klingt nach einer Frau, die nachts wachliegt und die Pisten im Kopf durchfährt.
Die Olympia-Bronze von Peking 2022 steht im Regal. Die Medaille glänzt, doch das Bein zwickt. Die Konkurrenz wird jüger, die Kurven schneller. Hütter weiß: Jede Fahrt kann die letzte sein. „50-50“, sagt sie. Keine Prozentzahl war je so laut.
Wenn sie am Sonntag in den roten Anzug steigt, wird sie wissen: Diesmal gibt kein Nachholrennen. Kein Morgen, kein „nächstes Mal“. Nur noch 120 Sekunden Eis, Echos und die Frage, ob sie nach dem Ziel die Ski auseinanderklopft – oder für immer an die Wand stellt.
