Baskonia schlägt maccabi 101:98 und stoppt deren playoff-hoffnung mit einem 40:19-drittel
Vitoria schrie, der Buesa Arena bebte – leer, aber laut in den Köpfen. Kosner Baskonia fegte im dritten Viertel über Maccabi Tel Aviv hinweg, warf 40 Punkte und zerstörte damit die israelische Playoff-Träume in 48 Minuten Basketball-Fast-Food.
Markquis nowells fernschlenker trifft mitten ins herz
Die Zahlen sind brutal: 40:19 im dritten Viertel, ein 25-Punkte-Umschwung, 101:98 am Ende. Doch die Story sitzt in Sekunde 38:58. Da steht Nowell, 1,75 m groß, mit der Aura eines Giants. Sein Dreier aus acht Metern trifft, der Score springt auf 99:94 – und Maccabi-Sportdirektor Nikola Mirotić schlägt mit der Faust auf die Scouting-Map.
Zuvor hatte Tim Luwawu-Cabarrot (26 Wertungspunkte) die Defense gesägt, Trent Forrest (19) die Transition angefacht und Roman Sorkin (22) auf der Gegenseite die Zone verwüstet. Doch Nowell war der Spielverdichter. Er erzielte zwölf Punkte, verteilte fünf Assists und nahm Clark III die Luft weg, als dieser mit zwei Dreiern auf 96:94 gestellt hatte.

Die 0:8-phase, die alles auf den kopf stellte
Bei 28:36 lagen die Basken nach dem ersten Viertel bereits acht zurück, weil Looney Walker vier Dreier in Serie versenkte und Oded Kattash’ Zone wie ein Sieb wirkte. Dann kam die 0:8-Phase – nicht spektakulär, aber effizient. Frisch eingewechselt: Markus Howard, zurück nach Oberschenkelproblemen. Er traf den Dreier zum 44:53-Halbzeitstand und schickte seine Mitspieler mit einem Seitenwechsel-Smirk in die Kabine.
Die zweite Hälfte war ein K.O.-Sprint. Baskonia spielte 2,3 Sekunden durchschnittliche Ballbesitzzeit, zwang Maccabi zu fünf Turnovers in sieben Minuten und verwandelte jeden Fastbreak. Der 14:2-Run zwischen der 28. und 34. Minute war keine Taktik, sondern reiner Zorn. Galbiati hatte die Defense auf „switch everything“ umgestellt, Nowell presste Clark III bis zur Mittellinie – und plötzlich war Sorkin isoliert gegen schnelle Hände.

Die letzten 120 sekunden – ein mikrokosmos der saison
98:96 – Clark trifft vom Corner, 36 Sekunden bleiben. Baskonia nimmt Auszeit, doch keine Spielzug-Tafel, nur ein Satz: „Get the ball to Tim.“ Luwawu-Cabarrot wird fouled, trifft beide Freiwürfe, 100:96. Maccabi antwortet mit einem missglückten Pick-and-Roll, Forrest klaut, wird gefoult, trifft den ersten, den zweiten nicht – aber das Plateau ist erreicht. 101:98, fünf Sekunden, letzter Auftrag: Foul weg vom Dreier. Clark bekommt den Ball, doch seine Hand ist bereits taub vom Nowell-Druck. Pfiff – Fehlwurf. Ende.
Die Euroliga-Tabelle zeigt: Baskonia springt auf Platz 9, einen Sieg hinter dem Play-in, Maccabi bleibt auf 12. und muss um die Teilnahme an der VTB United League bangen. Die Fans in Tel Aviv rechnen bereits mit einem Frühjahrs-Exit, während in Vitoria die Playoff-Tickets im Online-Shop ausverkauft sind – obwohl das Stadion leer bleibt.
