Basketball-fieber in hagen: ein fußballfan erlebt gänsehaut

Die Hagener Ischelandhalle bebte – und zwar nicht wegen eines Fußballspiels. Als eingefleischter BVB-Anhänger wagte ich den Sprung in die Welt des Basketballs, genauer gesagt, zu einem Playoff-Spiel von Phoenix Hagen. Und ich muss sagen: Es war eine Offenbarung.

Die ischehölle: mehr als nur eine halle

Normalerweise stehe ich im Signal Iduna Park, inmitten von 25.000 schwarz-gelben Fans. Doch die Atmosphäre in der Ischelandhalle, liebevoll „Ischehölle“ genannt, ist etwas ganz Besonderes. Rund 3.145 Zuschauer, viele in Blau und Gelb, schufen eine unglaubliche Energie. Es ist eine Familiensache, wie mir mein Begleiter Bodi verriet – Generationen sitzen und stehen zusammen, angetrieben von Limo, Bier und Bratwurst.

Besonders intensiv wird es auf der „Heuboden“-Tribüne, wo etwa 500 Fans die Halle mit ihren Gesängen und Anfeuerungsrufen in einen einzigen, brodelnden Kessel verwandeln. Das ist Gänsehaut pur, eine Energie, die ansteckend ist und bis zum Ende des Spiels nicht nachlässt.

Das Spiel selbst war ein Spektakel. Der Ball zappelt ständig von einem Korb zum anderen, die Wechsel sind rasant, und die Fans liefern den passenden Soundtrack – Vereinsgesänge und Pfiffe, je nachdem, wer den Ball hat. Und zwischen den Aktionen sorgen Cheerleader und das Maskottchen, der Feuervogel Felix, für Stimmung.

Felix, ein orangeroter Wirbelwind in Ganzkörperkostüm, turnt durch die Halle, feuert die Mannschaft und die Fans an. Er ist nahbar, posiert gerne für Selfies – ganz im Gegensatz zu den Weltstars, die man im Fußballstadion trifft.

Ein sieg, der die stadt bewegt

Ein sieg, der die stadt bewegt

Mitte des zweiten Drittels übernahm Phoenix die Führung, und die Halle explodierte förmlich. Der Vorsprung wurde bis zum Schlusspfiff verteidigt: 79:70 für Hagen! Der Jubel kannte keine Grenzen, die Ischehölle kochte.

Der Sieg im Playoff-Viertelfinale gegen Karlsruhe ist ein Riesenschritt Richtung Bundesliga. Für die wirtschaftlich gebeutelte Stadt wäre der Aufstieg ein echter Glücksfall. Nach dem Spiel räumten Verein und Fans gemeinsam auf – denn morgen früh geht es schon wieder ans Werk, mit Schulsport auf dem Parkett.

Ich bin beeindruckt. Fußballstadion bietet Magie, Weltstars und ein professionelles Spektakel. Aber das hier, diese Authentizität, dieses Miteinander, diese Familie – das hat etwas, das mich definitiv wieder hierher locken wird. Der Basketball in Hagen ist mehr als nur ein Spiel – es ist ein Lebensgefühl.