Formel-1-luxus trifft auf protest: montreal-stripper streiken!

Ein Glamour-Event steht unter keinem guten Stern: Während die formel 1 in Montreal ihr fünftes Rennen der Saison 2026 austrägt – und das mit einem zusätzlichen Sprintrennen –, haben sich die Stripperinnen der Stadt zu einem ungewöhnlichen Streik entschlossen. Ihr Ziel: bessere Arbeitsbedingungen und eine Anerkennung als vollwertige Angestellte.

Die abrechnung mit der ‘bar fee’

Die abrechnung mit der ‘bar fee’

Der Ausnahmezustand beginnt am 23. Mai, dem Tag vor dem Rennen. Das Kollektiv Autonomes Arbeitskomitee für Sexarbeit (SWAC) plant, die Clubs lahmzulegen, an denen sie arbeiten. Der Grund? Die sogenannte ‘Bar Fee’ – eine Gebühr, die die Stripperinnen abführen müssen, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Ein System, das sie als ungerecht empfinden, da sie für ihre Arbeit im Grunde als Auftragnehmerinnen behandelt werden, ähnlich wie ein freiberuflicher Klempner.

Die Stripperinnen argumentieren, dass diese Konstruktion ihnen die gleichen Rechte und Schutzmaßnahmen verweigert, die anderen Arbeitnehmern zustehen. Die gerissene Ironie der Situation: An dem Wochenende des Grand Prix sind die Clubs am stärksten frequentiert – der umsatzstärkste Zeitraum des ganzen Jahres. Und genau dann müssen die Frauen die schlechtesten Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen, während die Clubbesitzer ihre Rekordgewinne feiern. “Es ist ein Zirkus, bei dem wir die Artisten sind, die für die Unterhaltung sorgen, während der Ringherr die Taschen füllt”, so eine Sprecherin des SWAC.

Der Streik ist mehr als nur ein Protest gegen finanzielle Belastungen. Es geht um Respekt und eine faire Behandlung. Die SWAC fordern eine grundlegende Reform der Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit in Montreal – und nutzen dabei die einzigartige Aufmerksamkeit, die die formel 1 mit sich bringt. Die Welt schaut nach Montreal, und die Stripperinnen wollen sicherstellen, dass sie nicht nur für ihre Körper, sondern auch für ihre Rechte gesehen werden. Denn wie heißt es so treffend: Wer andere unterhält, verdient selbst einen sicheren und gerechten Arbeitsplatz.