Barceloneta zwingt olympiacos in die knie – final-four-ticket schon zum greifen nah
Der Zodiac Atlètic Barceloneta hat dem Traum von der Final-Four-Teilnahme eine weitere reale Kontur verpascht. Mit 20:13 schickte das Team von Fran Fernández den griechischen Schwergewichter Olympiacos nach Hause und baute die Führung in Gruppe A der Champions-League-Zweitrunde auf sechs Punkte aus. Noch neun Partien sind zu vergeben – für die Hellenen wird die Lücke zur Spitze nun zur unüberwindbaren Kluft.
Die erste Acht war noch ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Elvis Fatovic, der Barceloneta vier Jahre lang selbst coachte, schickte seine Abwehr wie eine verzinkte Mauer vor den Kasten von Tzortzatos. 4:4 nach acht Minuten, kein Publikumsjubel, nur das dumpfe Aufklatschen von Wasser, das die Spieluhr verschluckte.

Vince vigvari entfesselt den angriff
Dann aber wechselte der Sieger den Gang. Vince Vigvari, 21 Jahre jung, verwandelte den Pool in ein persönliches Schießstand – sieben Treffer, jeder ein Statement. Neben ihm dirigierte Kapitän Alberto Munárriz das Spiel mit kühler Hand, traf viermal und servierte die Kreisläufer mit Tempogegenstößen, die Olympiacos nie kontrollierte. Der 5:1-Lauf zwischen der 9. und 13. Minute riss die erste Lücke, doch der wahre Knockout folgte nach dem Seitenwechsel.
10:5 hieß der zweite Akt – ein Monolog des amtierenden Champions-League-Siegers. Unai Aguirre im Barceloneta-Korb musste nur noch zusehen, wie seine Vordermänner die Griechen mit Pressing und schnellem Balltransport in die Verzweiflung trieben. Dimou traf zwar fünfmal für Olympiacos, doch jeder seiner Treffer wirkte wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die Statistik lügt nicht: 20 Tore aus 29 Abschlüssen – eine Quote, die selbst im Wasserball als luxuriös gilt. Barceloneta dominierte die Extras, gewann die meisten Zweikämpfe und versenkte zwei Strafwürfe. Als Munárriz zum 20:13 traf, war die Mission vorzeitig erfüllt; die Uhr stand bei 29:47, die Hymne der Final Four bereits leise im Hinterkopf.
Im Parallelspiel hielt Brescia Spitzenreiter Novi Beograd mit 12:11 auf Distanz, doch das Rennen scheint längst gelaufen. Barceloneta hat die Pole-Position, das Momentum und – wichtiger – die Tiefe im Kader. Wer in dieser Form gegen den amtierenden Champion gewinnen will, braucht mehr als eine gute Tagesschussquote. Er braucht ein Wunder – oder eben noch eine Saisonvorbereitung.
Die Final Four rückt näher. Und sie rückt in Spanien näher. Das wissen auch die 3.500 Zuschauer in der Piscina Sant Sebastià, die nach dem Schlusspfiff nicht skandierten, sondern summten – leise, selbstbewusst, wie man es nur tut, wenn man sich seines Ziels sicher ist. Noch neun Spiele, sagen die Statistiker. Für Barceloneta klingt das wie ein Formalie.
