Barcelona und atlético liefern sich zum fünften mal diese saison ein k.o.-duell

21 Uhr, Spotify Camp Nou, Viertelfinal-Hinspiel der ChampionsLeague: Barcelona empfängt atlético Madrid – und das bereits zum fünften Mal in diesem Wettbewerbsjahr. Nach LaLiga und Copa del Rey zerfetzen sich die Rivalen nun auf Europas glühester Bühne. Der Samstag im Metropolitano (1:0 für atlético) war bloz die Einstimmung.

Ter stegen gegen oblak: ein torhüter-krimi mit vorgeschichte

Die Zahlen sind schonungslos: In den vergangenen acht Pflichtspielen kassierte Barcelona nur gegen atlético mehr als ein Gegentor – sieben gegen Newcastle, klar, aber eben auch drei in Madrid. Marc-André ter Stegen muss heute frühzeitig verhindern, dass Antoine Griezmann wieder von links in die Zentrale driftet und den Ball wie am Wochenende mit der Innenseite ins lange Eck wuchtet.

Auf der Gegenseite war Jan Oblak im Achtelfinale gegen Tottenham zweimal schlagen, trotzdem stand er am Ende als Sieger da. Die 5:2-Pleite in der eigenen Arena war ein Schock, doch Diego Simeone ließ die Mannschaft sofort umschalten: 3:2-Sieg im Rückspiel, Qualifikation gesichert. Die Botschaft: Atlético lebt von Extremen.

Flick setzt auf pedris ballstafette, simeone auf savanneartige laufwege

Flick setzt auf pedris ballstafette, simeone auf savanneartige laufwege

Hansi Flick wird vermutlich dieselbe Dreierkette fahren, die gegen Newcastle funktionierte: Cubarsí als libero, Koundé und Martínez als aggressive Außen. Im Zentrum sucht Pedri Lücken zwischen den Ketten, während Lamine Yamal von der rechten Seite diagonal nach innen zieht. Die taktische Kernfrage: Schafft es Barcelona, das Mittelfeld dauerhaft zu überladen, bevor Atlético die Umstellung auf 5-3-2 vollzieht?

Simeones Antwort dürfte wieder seine berüchtigte „Partidazo-Maschine“ sein: Saúl und Llorente als doppelte Sechs, Koke als Katalysator, Griezmann frei hinter Morata. Die Spanier laufen nicht nur viel, sie laufen gezielt: Sobald Barcelona den Ball verliert, sprinten beide Außenverteidiger gleichzeitig, um die Gäste in die eigene Hälfte zu schnüren. Das erfordert präzise Gegenpresse – und genau hier hatte Barça zuletzt Lücken.

Tv-termin und die 78.000, die den unterschied machen können

Tv-termin und die 78.000, die den unterschied machen können

Ab 19 Uhr läuft auf Movistar+ die Vorberichterstattung, Anpfiff ist um 21 Uhr. Im Camp Nou werden 78.000 Stimmen erwartet, die Ter Stegen & Co. in der Schlussphage tragen sollen. Das Stadion ist in dieser Saison europaweit das lauteste – 105 Dezibel gegen Napoli, 107 gegen Newcastle. Atlético kennt die Akustik, aber noch nie musste man dort einem Rückstand hinterherlaufen.

Die Statistik? Gleichverteilt: drei Siege für Barcelona, zwei für Atlético, ein Remis – bei 9:8 Toren. Kein Torhüter hält öfter den Ball bei Temperaturen unter zehn Grad als Oblak. Kein Sturm trifft öfter nach der 75. Minute als Barças. Einer dieser Rekorde wird heute Nacht kippen.

Wer das Rückspiel am 16. April vor Augen hat, weiß: Ein torloses Remis wäre für Barcelona kein Desaster, für Atlético aber ein Luxusproblem. Simeone wird deshalb früh pressen, Flick wird versuchen, den Gegner zu locken. Das Ergebnis: ein Schachspiel mit 22 springenden Figuren und einem Publikum, das jeden Zug mitbekommt. Fest steht nur: Am Ende zählen nicht die bisherigen vier Duelle, sondern die nächsten 90 Minuten.