Barcelona entzaht fifa-agent tutumlu: koundé-deal bleibt sauber
Die Richter am Landgericht Barcelona gaben dem FIFA-Agenten Isaac Tutumlu gestern eine unmissverständliche Abfuhr. Drei Millionen Euro wollte er vom FC Barcelona für seine vermeintliche Dienste beim Transfer von Jules Koundé – null Euro bekommt er. Das Urteil: kein Mandat, kein Anspruch.
Whatsapp-chats reichen nicht als beweis
Tutumlu hatte sich auf Screenshots aus dem Sommer 2022 verlassen: Nachrichten an Ramon Planes, damals Technischer Sekretär, an Mateu Alemany, Sportdirektor, sogar an Präsident Joan Laporta. Er habe Koundé vor dem Zugriff von Chelsea bewahrt, argumentierte er; das 50-Millionen-Geschäft plus fünf in Boni sei nur dank seiner Telefonate zustande gekommen. Die Kammer blieb kalt. „Ein stillschweigendes Einverständnis der Klagegegenseite ist nicht belegt“, heißt es in der 24-seitigen Entscheidung, die El Periódico de Catalunya exklusiv vorlag.
Der Türke, der bereits die Leihe von Luuk de Jong ein Jahr zuvor begleitete, kassiert damit die zweite Niederlage innerhalb von zwölf Monaten – im vergangenen Sommer wies das Oberlandesgericht Valencia eine ähnliche Forderung gegen den FC Valencia zurück. Sein Anwalt kündigt sofort Revision beim Berufungsgericht an: „Die Beweise wurden systematisch ignoriert“, sagt Tutumlu gegenüber der Nachrichtenagentur EFE. Er wirft den Prozessbeteiligten „massive Widersprüche“ vor, ohne Namen zu nennen.

Barça spart sich dreifach: geld, prestige und präzedenz
Für den FC Barcelona ist der Freispruch mehr als eine Formsache. Das Konto ohnehin leer, jede Million zählt. Sportlich steht Koundé als Rechtsverteidiger der Zukunft, vertraglich bis 2027. Juristisch liefert das Urteil eine Schablone für künftige Forderungen von Beratern, die im Schatten operieren und nachträglich kassieren wollen.
Die Richter haben klargestellt: Nur wer einen schriftlichen Maklervertrag vorlegen kann, darf sich auf Provision berufen. Sonst bleibt es beim guten Wort – und das zahlt keine Bank ein. Tutumlu will jetzt vor das Oberlandesgericht Catalonien ziehen. Die Chancen? Seine eigenen Chat-Logs werden ihm zum Verhängnis: Keine Zeile darin verpflichtet Barça zur Zahlung. Die Lehre: In der Schnelllebigkeit des Transfermarkts zählt nur Papier, nicht der Klingelton.
