Barça wackelt, garcía rettet: 1:0 gegen rayo, madrid muss zusehen

Barcelona schlägt Rayo Vallecano 1:0, doch die Statistik lügt nicht: Die Blaugrana überstanden eine Schießübung. Joan García parierte fünf Großchancen, Araujo köpfte beim Eckball ein – das war’s. Mit sieben Punkten Vorsprung können die Katalanen ab 21 Uhr das Madrider Derby vom Sofa aus genießen.

Der held hieß nicht lewandowski, sondern garcía

Erstes Spiel nach dem 3:0 gegen Newcastle, aber mit Prellung in der Hüfte – und trotzdem unantastbar. Bereits in Minute eins streckte sich García gegen Álvaro García, kurz vor der Pause wehrte er Unai Gómez ab, in der 73. Minute entschärfte er De Frutos aus sieben Metern. Die Camp-Nou-Tribüne sang spät, aber laut seinen Namen. 17 Heimsiege in Folge, das ist neuer Rekord seit der Guardiola-Ära, doch ohne ihren 23-jährigen Keeper wäre die Serie gerissen.

Die spanische Presse spart nicht mit Kritik: „Defensiv ein offener Dachboden“, schreibt Marca. Tatsächlich ließ Flick seine Viererkette zu oft in Eins-gegen-Eins-Situationen, weil de Jong beim Aufbau zögerte und Cancelo nach vorne überspielte. Rayo hätte dreimal einschießen müssen, bevor Araujo den Kopfball versenkte. Der Uruguayer traf erstmals seit 14 Monaten wieder per Standard – und genau das ist Barças Problem: Ohne totale Balleroberung braucht es Standards, um zu gewinnen.

Madrid kann nur zuschauen – und rechnen

Madrid kann nur zuschauen – und rechnen

Der Vorsprung beträgt jetzt sieben Punkte, bei einem Spiel mehr. Das sind Zahlen, die selbst im März schmerzen. Ancelotti muss im Bernabéu gegen Atlético gewinnen, sonst droht ein Sechs-Punkte-Rückstand. Die Königlichen haben zwar das bessere Torverhältnis (54:19 gegen 52:21), doch Barça spielt bis Saisonende nur noch gegen zwei Top-6-Klubs: Real Sociedad und Girona. Das Restprogramm wirkt wie ein Spaziergang im Aprilschatten.

Ronaldinho bekam vor Anpfiff ein Standing Ovation, 44 Jahre alt, lächelnd wie eh und je. Sein Nachfolger im Dress, Lamine Yamal, blieb dagegen blass – zweimal zu spät im Pressing, zweimal der Pass vertan. Die Jugend glüht, aber die Abwehr altert sichtbar. Wenn García nicht pariert, spricht niemand über den Sieg, sondern über die Bruchstellen. Barcelona jubelt, aber ganz leise.