Barça gegen rayo: flick feuert tor-kanonen trotz notstand hinten

14 Heimsiege in Serie, zwölf Tore aus den letzten zwei Partien – und trotzdem droht dem FC Barcelona ein Achillesfersen-Drama. Hansi Flick muss am späten Nachmittag gegen Rayo Vallecano auf drei etatmäßige Verteidiger verzichten, setzt aber wiederum auf eine Offensive, die in diesem Kalenderjahr noch jedem Gegner mindestens ein Dreierpack einverleibt hat.

Christensen, koundé, balde – die lazarett-liste wächst

Der katalanische Tabellenfühner spielt seine Karten offen: hinten Notlösung, vorne Vollgas. Mit Jules Koundé (Oberschenkel), Andreas Christensen (Sprunggelenk) und Alejandro Balde (Adduktoren) fehlen drei der letzten verbliebenen Abwehr-Profis. Eric García sitzt nur auf der Bank, seit Tagen mit Muskelfaser-Reizung. Joan García behält den Kasten trotz vorzeitiger Auswechslung gegen Newcastle – ein Vertrauensbeweis, der im Camp Nou ohrenbetäubend wirkt.

Die Rechnung ist simpel: gewinnt Barça, liegt Real Madrid vor dem Clásico am Abend sieben Zähler zurück. Der Druck wandert in weißem Dress zur Rückrunde, während Flick seine Rotation auf Höchstgeschwindigkeit trimmt. Raphinha und Lamine Yamal sind derzeit kein Flügel-Duo, sondern ein Dauerfeuerwerk – zusammen steuern sie acht Scorerpunkte in den letzten beiden Pflichtspielen bei.

Rayo reist als nummer 5 der unbesiegbaren

Rayo reist als nummer 5 der unbesiegbaren

Die tapferen Madrilenen sind eines von nur fünf Liga-Teams, denen der FC Barcelona in dieser Saison nicht beikommen konnte. Das 0:0 im Hinspiel in Vallecas war kein Zufall, sondern ein Lehrstück in Kompaktheit. Trainer Íñigo Pérez schickt seine Mannschaft mit dem Missionsstatement ins Löwenreich: „Ein Sieg hier wäre kein Wunder, nur eine perfekte Leistung.“

Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache: Rayo kassierte in den letzten sieben Auswärtsspielen 17 Gegentore, Barça schoss in den letzten sieben Heimspielen 25 Tore. Die Spanier wissen, dass sie 90 Minuten lang keine Sekunde verschnaufen dürfen, wenn sie nicht zum 15. Liga-Opfer in Folge im Camp Nou werden wollen.

Flick seinerseits zelebriert die Kunst der Notsituation. Statt jammern, rotiert er nach vorne. Gündogan rückt tiefer, Pedri agiert als falscher Sechser, hinten wird mit Araújo und Cubarsí improvisiert. Die Marschroute: früh stören, schnell umschalten, die Flügel bis zur Grundlinie brennen. Die 99.000 Zuschauer erwartet kein defensives Schach, sondern ein Offensiv-Feuerwerk mit Ansage.

Die erste internationale Länderspielpause rückt näher – wer heute punk­tet, darf mit breiter Brust in die Nationalteam-Wochen reisen. Barça will die Schmach der Vorsaison vergessen machen, Rayo den ersten Sieg beim neuen Spotify-Label schaffen. Fest steht: Entweder die Tor-Monster-Maschine läuft auf Hochtouren weiter, oder Rayo schreibt das nächste Kapitel der Underdog-Chronik. Der Ball rollt um 18.15 Uhr – und mit ihm die Träume von zwei unterschiedlichen Welten.