Barça de parís: wo die champions-league-helden heute stehen

Zehn Jahre sind vergangen, seit der FC Barcelona in Saint-Denis den Henkelpott in den Himmel stemmte. Ein Triumph, der eine Ära einläutete. Doch was ist aus den Helden von damals geworden? Nur Leo Messi, mittlerweile in Miami kickend, ist noch aktiv. Eine Bilanz, die die Vergänglichkeit des Ruhms und die vielfältigen Lebenswege ehemaliger Fußballstars aufzeigt.

Die architekten der neuen ära

Es ist ironisch, dass zwei Schlüsselfiguren jener Mannschaft heute im katalanischen Umfeld eine zentrale Rolle spielen. Deco, einst brillanter Mittelfeldstratege, agiert nun als Sportdirektor und versucht gemeinsam mit Hansi Flick, eine neue europäische Spitzenmannschaft aufzubauen. Juliano Belletti, der mit seinem entscheidenden Treffer die Final-Sensation perfekt machte, coacht die zweite Mannschaft des Barça Atlètic und vermittelt den jungen Talenten die Philosophie des Vereins.

Doch die Wege vieler anderer haben sich getrennt. Xavi Hernández, der Maestro des Mittelfelds, feierte kürzlich als Trainer der ersten Mannschaft die Meisterschaft. Víctor Valdés, einst unumstrittener Torwart, sucht ebenfalls nach einer neuen Herausforderung. Auch Thiago Motta, Gabri García, Mark van Bommel und Henrik Larsson sind im Fußballgeschäft geblieben, wenn auch in unterschiedlichen Funktionen.

Von der bank in die chefetage

Von der bank in die chefetage

Einige ehemalige Leistungsträger haben den Weg in den Trainerstab gefunden. Rafa Márquez, der stets für Leidenschaft auf dem Platz stand, assistiert Javier Aguirre bei der mexikanischen Nationalmannschaft und gilt als kommender Teamchef. Gio van Bronckhorst begleitet Arne Slot am Ruder des FC Liverpool. Sylvinho trainiert die albanische Nationalmannschaft, während Henk ten Cate, einst Assistent von Frank Rijkaard, die Auswahl Surinams leitet. Damià Abella unterstützt den West Bromwich Albion im Hintergrund.

Samuel Eto'o, der stets für Tore und Emotionen sorgte, hat sich der Führung zugewandt und ist Präsident des kamerunischen Fußballverbands. Ein Zeichen dafür, dass seine Ambitionen über den grünen Rasen hinausreichen.

Ein neues leben abseits des balles

Ein neues leben abseits des balles

Doch nicht alle ehemaligen Barça-Profis sind dem Fußball treu geblieben. Santi Ezquerro und Jesús Mari Lacruz haben sich der Energiebranche verschrieben und leiten gemeinsam das Unternehmen Efelec Energy, das sich auf Solaranlagen spezialisiert hat. Albert Jorquera, der einst die Abwehr stabilisierte, hat sich der Gemmologie verschrieben und arbeitet im Familienbetrieb in Girona. Er organisiert zudem Hochzeiten und Events in einem prächtigen Schloss.

Oleguer Presas setzt sein Engagement für den Fußball auf sozialer Ebene fort und ist Mitbegründer der Escuela de Fútbol La Caserna in Sabadell, die auf eine ganzheitliche Förderung junger Talente setzt. Edmílson verfolgt einen ähnlichen Ansatz in Brasilien mit seiner Stiftung SKA Brasil, die benachteiligten Kindern hilft. Andrés Iniesta, der letzte Routinier der Mannschaft, teilt sich seine Zeit zwischen neuen Projekten, der Trainerausbildung und seinem Engagement als Botschafter.

Carles Puyol und Ronaldinho nutzen ihren Namen und ihre Popularität ebenfalls als Botschafter für verschiedene Marken und Institutionen. Ludovic Giuly und Maxi López sind regelmäßig in den Medien präsent, als Experten und Kommentatoren. Frank Rijkaard hat sich hingegen bewusst aus dem Rampenlicht zurückgezogen.

Die Mannschaft von Saint-Denis mag zerstreut sein, aber ihre Spuren sind überall zu finden – in den Büros, auf den Trainingsplätzen, in den Verbänden, in den Unternehmen, auf den Fernsehbildschirmen und in den Projekten, die weit über die Grenzen des Camp Nou hinausgehen. Die Erinnerung an diesen Triumph bleibt bestehen, ein Denkmal für eine Ära des Erfolgs und der Leidenschaft.