Banda bricht zusammen – 50 000 zuschauer stocken vor schreck

Die 87. Minute von Napoli gegen Lecce wird keiner der 50 000 im Maradona-Stadion vergessen. Lamek Banda greift sich an die Brust, sackt auf dem Rasen zusammen. Das Spiel bleibt stehen, das Stadum verstummt. Antonio Conte sprintet als Erster auf den Platz und winkt die Sanitäter herbei. „Solche Szenen haben wir leider schon erlebt“, sagt er später, die Stimme noch immer rau.

Kein herzinfarkt, nur ein harter schlag

Kein herzinfarkt, nur ein harter schlag

Die Ärzte arbeiten drei Minuten an dem 23-jährigen Stürmer, dann kommt die Entwarnung: Banda hat nicht das Bewusstsein verloren, seine Herzkurve bleibt stabil. Er wird auf einer Trage ins Krankenhaus gebracht – reine Vorsicht. Eusebio Di Francesco beruhigt nach dem Abpfiff: „Es war nur ein heftiger Schlag auf den Brustkorb, rechts. Wir haben uns erschrocken, aber er spricht wieder.“

Conte kennt die Angst. Im Mai 2017 kollabierte Fabrice Muamba in England, 2012 verstarb Piermario Morosini auf dem Platz. „Deshalb bin ich sofort losgelaufen“, sagt der Napoli-Trainer. „Man denkt an die Familie. Banda erwartet sein erstes Kind – so etwas sollte man niemandem antun.“

Lecce verliert 0-2, doch das Ergebnis rückt in den Hintergrund. Die Serie A schickt ihr Medizin-Team nach Neapel, um die Abläufe zu prüfen. Die Bilder von Bandas Zusammenbrauch gehen um die Welt – und erinnern alle daran, dass hinter jedem Trikot ein Mensch steht.