Hsg wetzlar entkommt dem keller – drama in minden mit 33:31

Die HSG Wettlar hat sich aus dem Tabellenkeller gekämpft – mit einem 33:31 (11:15) beim Aufsteiger GWD Minden, der bis zur 47. Minute noch führte, dann aber kollabierte wie ein Kartenhaus im Sturm.

Rückstand, aufstand, durchmarsch

Halbzeitpfiff, 15:11 für Minden. In der Kabine von Martin Heuberger herrschte Stille, kein lautes Wort, nur das Knirschen von Tape und Metall. Was folgte, war keine Rede, sondern ein Systemwechsel: 3-2-1-Deckung, Kristian Saalbach als freier Rückraum, Julius Kühn außen statt Mitte. Ergebnis: 7:2-Lauf innerhalb von acht Minuten, 18:17 – erstmals Führung für Wetzlar.

Die Zahlen sind gnadenlos: Minden traf nach der 47. Minute nur noch zweimal aus sieben Würfen, Wetzlar verwandelte in dieser Phase acht von neun. Die Effektivität stieg von 54 % auf 71 %, die TorschützenKühn und Saalbach kombinierten für neun Treffer in Folge. Die Mindener Bank reagierte zu spät, erst in der 56. Minute die erste Auszeit – da stand es bereits 30:27.

Abstiegszone verlassen – aber nur für 24 stunden?

Abstiegszone verlassen – aber nur für 24 stunden?

Mit 7:17 Punkten springt Wetzlar auf Rang 17, rutscht aber nur, weil HBW Balingen-Weilstetten parallel mit 25:29 in Lemgo verlor. Die Differenz: ein Treffer, ein Punkt, ein Atemzug. Am kommenden Samstag empfangen die Mittelhessen den SC Magdeburg, Tabellenzweiter mit 24:4 Punkten. Die Quote, dass der Aufschwung länger als 72 Stunden anhält, liegt laut Datenanbiert Opta bei 18 % – aber das interessiert in Wetzlar gerade niemanden.

Julius Kühn sprach nach Abpfiff von „einem Sieg, der mehr wiegt als zwei Punkte“. Er irrte. Er wiegt genau 1,2 Punkte – denn die Direktduelle gegen Balingen stehen 27:27, das Torverhältnis entscheidet. Und das lautet aktuell -83 zu -91. Ein Tor macht den Unterschied zwischen 2. Liga und Bundesliga. Die Saison ist noch lang, aber die HSG hat bewiesen: Sie kann kämpfen. Ob sie auch überlebt, entscheid sich in den nächsten 270 Minuten.