Baltisberger rettet lions den atem – ein tor für den vater!

ZSC Lions-Star Chris Baltisberger hat mit einem umjubelten Treffer im dramatischen Duell gegen Davos nicht nur den Ausgleich in der Playoff-Halbfinalserie gebracht, sondern auch eine tief bewegende Geschichte persönlicher Stärke und familiärer Verbundenheit geschrieben. Der 34-jährige Stürmer bewies einmal mehr, dass er in entscheidenden Momenten zur Stelle ist – und dass er seine Vergangenheit als Quelle der Motivation nutzt.

Ein spielzug, ein datum, eine erinnerung

Das Tor fiel in der 56. Minute, ein Ergebnis eines perfekt einstudierten Spielzugs, wie Baltisberger im «Tages-Anzeiger» verriet. Verteidiger Dean Kukan hatte ihm die Position vorgegeben – und Baltisberger nutzte sie. Doch der 3:1-Sieg war weit mehr als nur ein taktischer Erfolg. Er fiel an einem Datum, das für Baltisberger eine besondere Bedeutung hat: Exakt zwei Jahre nach dem Herzstillstand seines Vaters vor einem Playoff-Spiel gegen Zug. „Mein Vater sagte noch, er wisse nicht, ob er es nervlich aushalten würde“, offenbarte er bewegt. Die Familie war im Stadion, vereint in diesem Moment der Erinnerung und des Triumphes.

Baltisberger, ein Arbeiter mit Herz: Der fünffache Schweizer Meister, der seit 15 Jahren das Trikot der ZSC Lions trägt, verkörpert mehr als nur sportliche Klasse. Seine reduzierte Eiszeit, durchschnittlich nur 10 Minuten pro Spiel, schmälert nicht seine Bedeutung. Drei Playoff-Tore sprechen für sich, auch wenn er zugibt, dass es als erfahrener Spieler manchmal ein Kampf mit dem eigenen Ego ist. „Man denkt, man hätte einen Vertrag verdient, weil man schon lange dabei ist.“ Doch Baltisberger hat gelernt, auch mit weniger Verantwortung zu brillieren – er sieht sich selbst als „Arbeiter“, der seine Rolle im Team akzeptiert und erfüllt.

Besonders stolz ist er auf seine Linienpartner Justin Sigrist und Nicolas Baechler, die einzigen Spieler des Teams, die alle 52 Spiele der regulären Saison absolviert haben. „Zwei Arbeitsbienen“, lobt er. Diese Mentalität, diese Ruhe und Konstanz, zeichnen die ZSC Lions aus, auch wenn es mal nicht so läuft. Sie verkörpern die DNA des Clubs.

Mehr als nur eishockey: das zweite standbein und die mentale stärke

Mehr als nur eishockey: das zweite standbein und die mentale stärke

Neben dem Eishockey hat sich Baltisberger ein zweites Standbein aufgebaut: Gemeinsam mit seiner Frau Sabrina betreibt er die Firma „Nourish Body & Mind“, die Ingwer-Shots verkauft. „Der Name ist Programm: Nähre deinen Körper und deinen Geist“, erklärt er. Und er setzt auf Mentaltraining, um seine innere Stärke zu bewahren. Gerade wenn man wenig spielt, leidet das Selbstvertrauen. Baltisberger konzentriert sich auf das, was er beeinflussen kann – und visualisiert seine Erfolge. Das Selbstvertrauen darf nicht vom Trainer abhängig sein.

Sein fünfjähriger Sohn Kian erinnert ihn täglich daran, warum er den Sport so liebt. Nach den Spielen stürmt der Kleine in die Garderobe zu den Goalies Simon Hrubec und Robin Zumbühl, seinen persönlichen „Helden“. Mittlerweile eifert Kian aber eher seinem Vater nach, trug sein Trikot mit der Rückennummer 14. Baltisberger erinnert sich an seine ersten Playoff-Einsätze gegen Davos im Jahr 2012 – damals war er nervös und angespannt. Heute erlebt er diese Freude am Spiel durch die Augen seines Sohnes wieder neu.

Die ZSC Lions setzen weiterhin auf die unermüdliche Energie und Erfahrung von Chris Baltisberger – einem Spieler, der sich immer wieder neu erfindet und beweist, dass er auch in schwierigen Momenten zur Stelle ist. Ein Prototyp des Playoff-Helden, robust und kompromisslos. Mit solchen Charakteren will der ZSC die Meisterschaft holen.