Baltisberger entscheidet derby – und erinnert an seinen vater
Ein Tor, das mehr als nur ein Tor ist. Chris Baltisberger traf am Ostermontag zum 3:1-Sieg der ZSC Lions gegen Davos und brachte seine Mannschaft zurück ins Rennen um den Finaleinzug. Doch der Treffer war für den 34-Jährigen auch ein emotionaler Moment, der ihn an seinen verstorbenen Vater erinnerte.
Die präzise vorbereitung und ein denkmal für den vater
Der Sieg gegen Davos war hart erkämpft, aber Baltisberger war zur Stelle, als es zählte. „Ein einstudiertes Spielzug“, erklärte er im Gespräch mit dem Tages-Anzeiger. Verteidiger Dean Kukan hatte ihm die perfekte Position anweisung gegeben, und Baltisberger ließ sich nicht zweimal bitten. Der Treffer fiel 14 Minuten vor Schluss – und fiel an einem Datum, das für Baltisberger eine besondere Bedeutung hat: exakt zwei Jahre nach dem Herzstillstand seines Vaters vor einem Playoff-Spiel gegen Zug. „Mein Vater sagte noch, er wisse nicht, ob er es nervlich aushalten würde“, erinnert sich Baltisberger.
Die Familie war im Stadion, vereint an diesem denkwürdigen Abend. „Umso schöner ist es, solche Augenblicke miteinander teilen zu können. Die Familie ist das Wichtigste.“ Diese Worte zeigen eine menschliche Seite des erfahrenen Eishockeyspielers, die über das Rampenlicht hinausgeht.

Mehr als nur ein leistungsträger: baltisberger als vorbild
Baltisberger, seit 15 Jahren bei den ZSC Lions, hat sich in den letzten Jahren neu erfunden. Seine Eiszeit mag reduziert sein, nur durchschnittlich 10 Minuten pro Spiel, aber seine Wirkung ist unbestreitbar. Er erzielte bereits drei Playoff-Tore. „Ich spiele in der grössten Mannschaft Europas. Hier kann nicht jeder mitspielen“, sagt er selbst. Diese Demut, gepaart mit der Erkenntnis, dass man auch mit weniger Verantwortung Leistung bringen muss, zeichnet ihn aus.
Er sieht sich selbst als „Arbeiter“ und schätzt besonders die Einsatzbereitschaft seiner Linienpartner Justin Sigrist und Nicolas Baechler, die einzigen Spieler im Team, die alle 52 Spiele der regulären Saison absolviert haben. „Zwei Arbeitsbienen“, lobt er. Diese Mentalität, die Ruhe und Besonnenheit auch in schwierigen Situationen bewahrt, ist ein zentraler Bestandteil der DNA des ZSC.
Neben dem Eishockey hat sich Baltisberger ein zweites Standbein aufgebaut – die Firma „Nourish Body & Mind“, die Ingwer-Shots vertreibt. „Der Name ist Programm: Nähre deinen Körper und deinen Geist“, erklärt er. Mentaltraining ist dabei ein weiterer wichtiger Baustein für seinen Erfolg. Er konzentriert sich auf das, was er beeinflussen kann, und visualisiert gelungene Spielszenen, um sein Selbstvertrauen zu stärken. Sein fünfjähriger Sohn Kian erinnert ihn täglich daran, warum er diesen Sport liebt.
Chris Baltisberger ist mehr als nur ein Eishockeyspieler. Er ist ein Familienmensch, ein fleißiger Arbeiter und ein Vorbild für junge Spieler. Mit seiner unermüdlichen Energie und Erfahrung wird er weiterhin eine Schlüsselrolle bei den ZSC Lions spielen und dem Team helfen, die Meisterschaft zu holen. Ein Spieler, der in entscheidenden Momenten stets zur Stelle ist – und dabei nie vergisst, woher er kommt.
