Bale enthüllt: warum er den rasen verließ und in den frauensport investiert

Gareth Bale, der walisische Fußballheld, hat in einem exklusiven Gespräch mit The Athletic in New York Einblicke in seine überraschende Entscheidung für einen Rückzug aus dem Profifußball gegeben und seine Pläne offenbart, massiv in den Sportbereich zu investieren – insbesondere im Frauensport.

Ein abschied ohne wehmut: bale blickt zurück

Der 36-Jährige, der seine Karriere im Alter von 33 Jahren beendete, erklärte, dass er den Zeitpunkt seines Abschieds bewusst gewählt habe. „Ich wusste immer, dass es ein Anfang und ein Ende geben würde, und ich habe mich darauf vorbereitet“, sagte Bale gegenüber Adam Crafton. Es ging ihm nicht darum, einfach nur weiterzuspielen, sondern um einen bewussten Schlussstrich unter eine außergewöhnliche Karriere.

Neue wege: bale setzt auf frauensport und mehr

Neue wege: bale setzt auf frauensport und mehr

Bale arbeitet nun mit John Shulman von Juggernaut Capital Partners zusammen, um einen spezialisierten Investmentfonds zu gründen. Das Ziel: Mehr als 500 Millionen US-Dollar in vielversprechende Sportprojekte zu stecken. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf Fußballvereinen, Nachwentswicklungsprogrammen, Golf und – entscheidend – dem Frauensport. Juggernaut Capital Partners hat bereits in Golf, Frauenvolleyball und Frauenlacrosse investiert, und in den kommenden Monaten soll eine Beteiligung an einem US-amerikanischen Frauenfußballteam bekannt gegeben werden.

„Wenn man sich meine Karriere ansieht, ist die Situation im Frauenfußball oft anders. Deshalb wollen wir diese Lücken schließen und den Sport vorantreiben. Wir möchten ihn zugänglicher machen, schon im jungen Alter. Wir wollen Mädchen die gleichen Chancen bieten wie Jungen – gleiche Bedingungen und gleiche Möglichkeiten“, betonte Bale.

Mls vs. real madrid: ein anderes niveau

Mls vs. real madrid: ein anderes niveau

Bale verglich die MLS mit dem europäischen Fußball und hob den Unterschied in der Mentalität hervor. „In den USA gibt es keinen Abstieg, keine Konsequenzen für eine Niederlage. Im Real Madrid war eine Niederlage wie das Ende der Welt“, erklärte er. Der Empfang nach der ersten Niederlage mit Los Angeles FC sei anders gewesen: „Es gab keine riesige Druckwelle, keine Beleidigungen. Man akzeptiert die Niederlage eher – vielleicht, weil die Konsequenzen nicht so gravierend sind. Aber auch, weil die Atmosphäre anders ist. Man erholt sich schnell und macht weiter. Das hat mir gefallen. Es ist eine etwas familiärere Atmosphäre.“

Fußball im wandel: taktik statt leidenschaft?

Bale äußerte sich auch zur Entwicklung des Fußballs: „In den letzten fünf Jahren hat der Trainer immer mehr Einfluss gewonnen und der Fokus liegt stärker auf Taktik. Der Fußball ist nicht mehr das Spiel von früher, das von einem ständigen Hin- und Herleben geprägt war. Er gleicht eher einer Schachpartie als einem Basketballspiel – was nicht so aufregend ist. Man sieht nicht mehr so viele Dribblings, und die Spieler machen sie auch nicht.“ Er vermutet, dass dies auf die Anweisungen der Trainer zurückzuführen ist, obwohl er auch Spieler wie Mbappé, Lamine Yamal und Vinícius nennt, die immer noch in der Lage sind, das Publikum zu begeistern.

Chaos im bernabéu: tchouaméni vs. valverde

Bale beschrieb die Atmosphäre im Real Madrid-Dress als „ein bisschen chaotisch“ und erinnerte an die Spannungen im letzten Saisonfinale, die zu einer Auseinandersetzung zwischen Aurélien Tchouaméni und Fede Valverde führten. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass José Mourinho, mit dem er bereits in Tottenham zusammenarbeitete, die Mannschaft stabilisieren und in die richtige Richtung lenken könne.

Ancelottis klasse: mehr als nur ein trainer

Mit großem Respekt sprach Bale über Carlo Ancelotti, mit dem er drei Saisons im Bernabéu spielte: „Carlo war ein großartiger Menschenmanager. Er versteht die Psychologie und den Druck, der mit dem Job verbunden ist. Außerdem baut er eine Beziehung auf, in der man das Gefühl hat, dass er sich wirklich für einen interessiert. Manchmal gibt es Spieler, die nicht spielen, aber er weiß, wie man sie motiviert und engagiert hält.“

„In einem großen Verein wie dem Real Madrid geht es nicht wirklich darum, zu trainieren; es geht darum, Egos zu managen. Deshalb war er in den größten Vereinen so erfolgreich“, so Bale über den Italiener, der nun als Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft tätig ist.

Mourinhos spiel: psychologische kriegsführung

Auch über José Mourinho hatte Bale lobende Worte: „Er besitzt auch diese Erfahrung und versucht, aus jedem Spieler das Beste herauszuholen. Manchmal kann er einen über die Medien provozieren, manchmal reicht ein Schulterklopfen.“ Bale ist überzeugt: „Mourinho war schon mal im Bernabéu, er versteht die Dynamik und weiß, wie dort die Dinge funktionieren. Er wird einen Plan entwickeln, damit alles gut läuft.“

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