Bagnaia: motogp-titelträume in schieflage?

Pecco Bagnaia, einst als Titelfavorit gehandelt, steuert auf seine schlechteste MotoGP-Saison seit seinem Aufstieg in die Königsklasse zu. Der Ducati-Werksfahrer findet sich derzeit weit hinter den Erwartungen wieder und lässt wichtige Punkte liegen. Die Frage ist, ob er das Ruder noch herumreißen kann.

Ein holpriger saisonstart nach aussichtsreichen tests

Ein holpriger saisonstart nach aussichtsreichen tests

Nach den vielversprechenden Tests in Valencia im November 2025, bei denen Bagnaia noch von einer deutlichen Leistungssteigerung und dem Wiederfinden alter Stärken sprach, wirkt der Beginn der MotoGP-Saison 2026 wie ein böser Traum. Die Probleme, die sich im letzten Saisonabschnitt 2025 auftürmten, haben sich offenbar nicht in Luft aufgelöst, sondern manifestieren sich nun in einer Reihe von enttäuschenden Ergebnissen.

Die Aprilia hat mittlerweile überraschend die Ducati überholt und scheint in der aktuellen Form stärker zu sein. Das schürt die Zweifel an Bagnaia und dem Ducati-Team zusätzlich. In Borgo Panigale hofft man nun auf einen Neustart in Europa, beginnend mit dem Rennen in Jerez, um die Erfolgsbilanz des italienischen Herstellers wieder auf Kurs zu bringen.

Die Bedeutung von Bagnaia für Ducati ist immens. Nicht nur, dass Ducati einen Marc Márquez in Topform benötigt, um im Kampf um den Titel bestehen zu können, Bagnaia soll auch maßgeblich an der Weiterentwicklung der Maschine beteiligt sein. Ein schwaches Abschneiden des Weltmeisters würde sich negativ auf den Kampf um den Hersteller-Titel auswirken, in dem Aprilia mit großem Vorsprung führt – 101 Punkte gegenüber Ducatis 69.

In Austin gab es kurz Hoffnung. Bagnaia sicherte sich den Sieg im Sprintrennen und zeigte dort Ansätze seiner früheren Stärke. Doch im anschließenden Hauptrennen folgte erneut eine Enttäuschung. Er wurde Zehnter, nachdem er von Jorge Martín überholt wurde. “Leider haben wir nicht erreicht, dass die Maschine wie gewünscht bremst und lenkt. Wir müssen weiter an diesen Aspekten arbeiten“, kommentierte Bagnaia frustriert.

Die Statistiken lügen nicht: In Thailand wurde er Neunter, in Brasilien stürzte er und in den USA belegte er ebenfalls den zehnten Platz. Von seinen insgesamt 25 Punkten stammen zwölf aus den Sprintrennen. Im Vergleich dazu zeigte er zu Beginn der Saison 2025 eine beeindruckende Leistung mit Platz drei in Buriram, Platz vier in Argentinien und einem Sieg in Texas. Die Ergebnisse der ersten drei Rennen in den Vorjahren waren ebenfalls besser als in diesem Jahr. 2024 gewann er in Katar, stürzte in Portugal und wurde Fünfter in Austin. 2023 setzte er sich in Portugal durch, belegte in Argentinien den 16. Platz und schied im Rennen auf dem Circuit of the Americas aus.

Bagnaia steht nun vor der entscheidenden Aufgabe, in Jerez wieder zu alter Stärke zu finden. Gerüchten zufolge ist dies sein letztes Jahr bei Ducati, bevor er zu Aprilia wechselt, wo er einen Vertrag über zwei plus zwei Jahre unterschrieben hat. Er wird es mit Sicherheit versuchen, mit Siegen und Podestplätzen von der einzigen Marke Abschied zu nehmen, mit der er in der Königsklasse gekämpft hat – einem Traum, den er als Kind hegte. Ob er diesen Traum noch verwirklichen kann, bleibt abzuwarten. Die Zeit drängt.