Bad nauheim feuert trainer nach zwölf spielen – kanadier gaudet muss den abstieg verhindern

Kevin Gaudet hat keine Zeit zur Eingewöhnung. Der EC Bad Nauheim trennte sich am Montagabend von Antti Karhula, übernahm den Kanadier sofort als neuen Headcoach und schickt ihn damit direkt in den Abstiegs-Krimi der DEL2. Erstes Pflichtspiel: Freitag in Weiden, zwei Trainingseinheiten bleiben ihm zur Vorbereitung.

Die Kurpark-Klubführung begründet den Rücktritt Karhulas mit der „aktuelle sportliche Situation“. Das ist diplomatisch. Fakt ist: Unter dem Finnen holte das Team aus zwölf Partien nur zwei Siege und rutschte auf den Relegationsrang. Die Playdown-Serie gegen die Oberpfälzerentscheidet nun, wer 2027 noch in der zweiten Liga spielt.

Gaudet kennt die feuerwehr-rolle

Gaudet kennt die feuerwehr-rolle

Der 60-Jährige gilt in der DEL2 als Notnagel mit Sieg-Gen. Fünf Meisterschaften führte er bereits zur Parade, zuletzt 2023 die Bietigheimer Aufstiegs-Mission. „Ich brauche keine PowerPoint, um den Jungs zu erklären, was auf dem Spiel steht“, sagte Gaudet nach seiner Landung in Frankfurt. „Wir müssen sofort Mentalität zeigen, sonst wird’s eng.“

Die Fans reagierten im Colonel-Knight-Stadion mit gemischten Gefühlen. Die Saisontickets sind längst verkauft, doch die Stimmung kippte nach der 1:5-Klatsche gegen Kassel zuletzt in Resignation. Gaudet will das Eis morgen zum ersten Mal mit der Mannschaft betreten – und ruft bereits zur Lautstärke auf: „Wenn wir am Freitag in Weiden untergehen, wird das Echo bis nach Hessen hallen.“

Die sportliche Leitung spricht von „neuen Impulsen“, doch intern kursiert ein anderes Wort: Panik. Drei Trainerwechsel in einer Spielzeit sind selbst in der DEL2 selten. Der Vertrag des Kanadiers läuft nur bis April – mit Optionsklausel bei Klassenerhalt. Die Devise lautet: Entweder Rettung oder Rücktritt.