Wnba droht saison-start-stopp: spielerinnen fordern milliarden-anteil
Die WNBA steht vor ihrer größten Revolte. Die 144 besten Basketballerinnen der Welt verweigern sich bis auf Weiteres, weil die Liga ihnen 26 Prozent vom Bruttoumsatz zahlen soll – statt der bisherigen 15 Prozent vom Reingewinn. Die Deadline der Klubs läuft ab, der 8. Mai rückt bedrohlich nah.
Warum adam silver plötzlich der buhmann ist
NBA-Commissioner Silver, sonst omnipräsent, duckt sich weg. „Er war bei keinem einzigen Termin“, sagt Breanna Stewart, Vizepräsidentin der Spielergewerkschaft WNBPA. Das gilt intern als Affront. Denn obwohl die NBA offiziell nur 42 Prozent der WNBA hält, zieht sie an den Fäden. Die drei neuen Franchises 2028 in Cleveland, Detroit und Philadelphia? Alles NBA-Eigentümer, die jetzt auch die Frauen-Franchises lenken. Wer zahlt, bestimmt – und wer bestimmt, blockiert.
Die Spielerinnen haben die Rechnung aufgemacht: Neue TV-Deals bringen 2,2 Milliarden Dollar in elf Jahren, Lizenzgebühren für die Expansion schlagen mit einer weiteren Milliarde zu Buche. Doch statt diese Welle mitzunehmen, sollen die Athletinnen weiterhin mit Resten vorlieb nehmen. „Pay us what you owe us“ stand auf den T-Shirts beim All-Star-Game. Es war kein Fashion-Statement, es war Kriegserklärung.

Was genau das cba blockiert – und warum 70 % netto ein schlechter deal sind
Das Collective Bargaining Agreement regelt alles: Gehaltsobergrenzen, Reisebedingungen, Bildungsprogramme, Mutterschutz. Doch die Kernfrage lautet: Wie viel vom Kuchen bekommen die, ohne die kein Kuchen existiert? Die Liga bietet 70 % des Nettogewinns – klingt großzügig, ist aber ein Taschenspielertrick. Nach Abzug von Managementkosten, Arena-Mieten und Marketingbudgets bleibt nur ein schmaler Streifen übrig. Umgerechnet auf die Bruttoumsätze bedeutet das: 15 % für die Stars, 85 % für die Büros.
Die Forderung nach 26 % vom Brutto klingt radikal, ist aber nur die halbe Wahrheit. In der NBA sichern sich die Spieler seit Jahren 50 % der Einnahmen. Die WNBA will nicht einmal die Hälfte – nur einen fairen Anteil. Die Antwort der Teams: ein „nein“ mit Verweis auf drohende Verluste. Dabei wuchs der Umsatz der Liga in den letzten fünf Jahren um 300 %.

Caitlin clark und die tickende uhr
Während die Verhandler in New York auf Distanz gehen, bereitet sich Caitlin Clark in Istanbul auf die WM-Quali vor. Ihr Kommentar vor dem Abflug: „Setzt euch an einen Tisch, gebt euch die Hand, findet eine Lösung.“ Klingt nach Frieden, meint aber Druck. Denn Clark ist nicht nur Point Guard, sie ist ein Media-Magnet. Ihre Quoten ziehen, ihre Merchandise-Artikel verkaufen sich binnen Stunden. Ohne sie und die anderen Superstars droht der Liga ein Imageschaden, der jede Einsparung wieder zunichte macht.
Die Uhr tickt. Die Deadline der Klubs ist der 10. März, der Draft soll im April stattfinden, das Training Camp beginnt Mitte April. Braucht man für ein vollständiges CBA nicht mindestens sechs Wochen? Die Spielerinnen wissen das. Und sie wissen auch: Ein Streik würde die Liga in ihrer stärksten Saison lahmlegen. Die Gewerkschaft hat bereits Kapital daraus gemacht: „Keine WNBA ohne uns.“ Kein Slogan, keine Drohung – ein Fakt.
Am Ende bleibt eine simple Gleichung: Wer den Kuchen backt, will mehr vom Kuchen. Die Besitzer wollen den Kuchen behalten. Die Frage ist nicht, ob sich jemand bewegt – sondern wer zuerst knickt. Die Antwort bestimmt, ob am 8. Mai der Sprungball fällt oder das Schweigen.
