Augsburg bangt um gouweleeuw – baum zögert mit kapitän trotz saison-endspurt

Tabellenplatz 10 trügt. Der FC Augsburg ist noch längst nicht durch, denn zwischen Rang neun und 16 liegen nur vier Punkte. Am Samstag gegen den HSV kann der FCA den Bogen zur Rettung spannen – wenn sein Kapitän mitspielt. Doch Manuel Baum zögert. Er weiß, dass ein verpatztes Comeback von Jeffrey Gouweleeuw die Saison endgültig kippen könnte.

Nach der Innenband-OP am rechten Knie war Gouweleeuw vier Monate außer Gefecht. Das 0:3 in Stuttgart, sein erster Kurzeinsatz seit November, endete mit einem Rückschlag. Die Folge: neue Operation, neue Zwangspause. Augsburg verlängerte trotzdem den Vertrag des 32-jährigen Abwehrchefs – ein Signal, keine Garantie.

Gemeinschaft gegen ego – baums mount-everest-these

Gemeinschaft gegen ego – baums mount-everest-these

„Er war diese Welle voll dabei“, sagt Baum, „aber das Schlimmste wäre ein erneuter Rückfall.“ Deshalb steht am Freitag ein Gespräch an, das über Nominierung oder Bank entscheidet. Die Personalie ist mehr als symbolisch. Drei Niederlagen in Folge haben den Schwaben die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben. Baum spürt, dass in der Endphase „individuelle Motive größer werden als das Kollektiv-Ziel“.

Sein Vergleich kommt nicht von ungefähr: „Kurz vor dem Gipfel brecen die meisten den Aufstieg am Mount Everest ab.“ Gemeint ist: Wer jetzt an eigene Statistiken, Berater oder Sommer-Transfers denkt, verliert den Fokus. Der Trainer fordert: „Zuerst kommt das Vereinsziel, dann erst die Einzelkasse.“

In Hamburg droht Augsburg das gleiche Schauspiel wie zuletzt gegen Stuttgart: viel Ballbesitz, wenig Durchschlagskraft. Ohne Gouweleeuw fehlt nicht nur die Abstimmung, sondern auch die Stimme, die defensive Linie in Position schiebt. Mit ihm auf der Bank wäre zumindest die Option da, in der Schlussphase die Köpfe zu beruhigen.

Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Augsburg, springt der FCA voraussichtlich auf Platz 13 und hat fünf Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16. Verliert er, rutscht er auf 14, nur zwei Zähler vor dem HSV – und der Gegner hätte das Momentum. Ein Unentschieden würde beide Seiten weiter würgen.

Kick-off an der Elbe ist am Samstag um 15.30 Uhr. Wer dort die Nerven behält, spielt wohl auch nächste Saison erste Liga. Sagt Baum: „Wenn wir gemeinsam ans Limit gehen, wird diese Diskussion nicht mehr da sein.“ Sonst droht der Abstieg – und Gouweleeuws Vertragsverlängerung wäre ein teurer Trostpreis.