Atlético trumpft barcelona aus? flicks taktische hürde
Madrid – Hansi Flick steht vor einer ungewöhnlichen Herausforderung im Champions-League-Viertelfinale gegen Atlético Madrid: Sein Gegenüber, Diego Simeone, setzt auf eine so radikale Rotation, dass die Startelf im Vergleich zum Ligaspiel der vergangenen Woche kaum wiederzuerkennen ist. Ein Schachzug, der die Kräfteverhältnisse im Duell zwischen Barcelona und Atlético grundlegend verändern könnte.

Die frischen beine aus madrid
Während Flick gezwungen ist, auf ein Kernteam zu setzen und kaum Ausweichmöglichkeiten hat – lediglich ein bis zwei Änderungen sind realistisch, wobei Lewandowski und Koundé voraussichtlich in die Startformation rücken – kann Simeone auf eine völlig neue Dynamik setzen. Die Rotation bringt frische Beine ins Spiel, ein Vorteil, den Barcelona schlichtweg nicht besitzt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Strategie.
Die Personallage beim FC Barcelona ist angespannt. Zahlreiche Verletzungen, darunter die von De Jong, Raphinha, Christensen und Bernal, dezimieren den Kader erheblich. Selbst Gavi kann nur sporadisch eingesetzt werden. Im Gegensatz dazu profitiert Atlético von seiner komfortablen Tabellenposition in der Liga. Der Titelkampf gegen Barcelona und Real Madrid ist bereits entschieden, die Teilnahme an der Supercopa gesichert, und die Gefahr des Ausschlusses aus der Champions League ist zudem unwahrscheinlich. Das erlaubt Simeone, das Liga-Programm zur Schonung seiner Schlüsselspieler zu nutzen.
Pubill, Hancko, Llorente, Julián Álvarez, Lookman und Ruggeri – diese Namen waren am Samstag noch nicht in der Anfangself zu finden und könnten nun überraschend zum Schlüssel für den Erfolg in der Champions League werden. Die Entlastung der Stammkräfte könnte sich entscheidend auf die Kräfteverhältnisse im Rückspiel auswirken.
Flick scheint sich der Brisanz bewusst zu sein. „Ich hoffe, das Spiel am Samstag macht uns nicht zu schaffen“, gab er in der Pressekonferenz zu. „Man weiß nie, ob man die Belastung richtig einschätzt. Morgen werden wir es sehen. Wir wollen die Liga gewinnen, und wir haben einen wichtigen Sieg errungen. Morgen richtet sich der Blick aller auf dieses Spiel.“
Die Tatsache, dass Atlético die Rotationen ohne Scheu einsetzt, zeigt die Entschlossenheit, die Champions League in den Mittelpunkt zu stellen. Flick muss nun Wege finden, die frischen Kräfte des Gegners zu neutralisieren und gleichzeitig die eigene Mannschaft in Topform zu bringen. Es wird ein Duell auf Augenhöhe, bei dem taktische Finesse und die richtige Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Elan den Unterschied machen werden.
