Atletico madrid: zwischen copa-träumen und liga-realität

Atlético madrid: zwischen copa-träumen und liga-realität

„Wir können die Spiele nicht aussuchen“, beklagte sich Jan Oblak noch auf dem Rasen von Butarque. Atlético Madrid hatte gerade 90 schreckliche Minuten erlebt, nur 65 Stunden nachdem sie den FC Barcelona unter Xavi Flick mit einer historischen Niederlage überrollt hatten – und dann von einem abstiegsbedrohten Rayo Vallecano gedemütigt wurden in einer Liga, die ohnehin unerreichbar scheint. „Ich denke nicht wie Oblak, wir wählen keine Spiele aus, aber wir haben sehr schlecht gespielt“, antwortete Diego Simeone kurz darauf einem seiner Kapitäne.

Zwei gesichter: copa-glanz, liga-frust

Der argentinische Trainer weiß, dass Oblak die Dinge nicht beschönigt, aber er weiß auch, dass das Atlético, das in der Copa so aufbrilliert, wenig mit dem zu tun hat, das in LaLiga so enttäuscht. Die Kluft ist riesig. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es ist eine Mischung aus fehlender Intensität, individuellen Fehlern und einer offensiven Harmlosigkeit, die das Team in der Liga bremst.

Defensive schwächen: fehler kosten tore

Defensive schwächen: fehler kosten tore

Alle drei Gegentore von Rayo entstanden durch vermeidbare Defensivfehler. Die schwache Markierung von Ruggeri beim ersten Tor wurde von der restlichen Abwehr nachgeahmt, die zusehen musste, wie der Ball von Ratiu ungehindert durch den Strafraum gespielt wurde. Bei dem zweiten Tor war Lenglet der Unglückliche, bei dem dritten Llorente. Drei Fehler, die ein schmerzhaftes K.O. verursachten.

Die bedeutung der stammelf

Die bedeutung der stammelf

Im Lager von Atlético herrscht die Überzeugung, dass diese Gegentore mit den Stammverteidigern in der Startelf nicht passiert wären. Pubill und Hancko haben sich zwar in der ersten Elf etabliert, aber ihre Konzentration in der Defensive ist nicht immer ausreichend. Der ehemalige Spieler von Almería hat sogar Spieler wie Giménez und Le Normand aus der Startelf verdrängt.

Offensive krise: torflaute in der liga

Das Problem liegt nicht nur in der Verteidigung. In der Offensive zeigt sich das gleiche Muster. Atlético ist seit drei Spielen torlos. Levante, Betis und Rayo haben die Angriffslust des Teams zunichte gemacht, die in der Liga offenbar untergetaucht ist. Nur 38 Tore in 24 Spielen zeigen, dass diese Mannschaft im Moment nicht zubeißt.

Copa del rey: ein ganz anderes gesicht

In der Copa del Rey präsentiert sich Atlético jedoch von einer ganz anderen Seite. In zwei Spielen haben sie Betis und Barcelona mit 9:0 Toren besiegt. Überzeugende Siege, die noch höher hätten ausfallen können. Dies zeigt, dass das Team, wenn es motiviert ist, durchaus Torgefahr besitzt.

Lookman als lichtblick

Besonders positiv sticht die Anpassung der Neuzugänge hervor. Lookman feierte einen glanzvollen Einstand in La Cartuja und war gegen Barcelona eine Macht, der mit seiner Schnelligkeit und Torgefahr das Team bereicherte. Er zeigt, dass man sich auch bei Atlético schnell einleben und wichtig werden kann.

Enttäuschung bei den sommerneuzugängen

Im Gegensatz dazu haben einige der Sommerneuzugänge noch nicht die erwartete Leistung gezeigt. Spieler wie Baena, Cardoso, Almada oder Nico haben bisher nicht das Potenzial ausgeschöpft, das man ihnen zugeschrieben hatte. Das ist ein Problem, das Simeone lösen muss, denn der Spielplan ist eng und lässt keine Zeit für Experimente.

Champions league: nächste herausforderung

Trotz der Probleme in der Liga steht für Atlético die nächste Herausforderung in der ChampionsLeague an. Gegen Brügge muss das Team zeigen, dass es auch auf internationaler Bühne bestehen kann. Das Erreichen des Achtelfinals ist das absolute Minimum. Die Belgier haben bereits bewiesen (Barcelona konnte nur gegen sie unentschieden spielen), dass sie ein respektabler Gegner sind.