Atlético madrid: papieralarm im metropolitano – eine kuriose geste mit folgen?
Madrid bebte Fußballgeschichte – und jede Menge Toilettenpapier. Beim Champions-League-Halbfinalduell zwischen Atlético Madrid und Arsenal erlebten die Fans im ausverkauften Estadio Metropolitano eine Szene, die an vergangene Zeiten erinnerte, aber nun auch rechtliche Konsequenzen haben könnte: Ein weißer Papierregen überschattete das Spiel.

Die wiederholung einer alten tradition – und ihre kehrseite
Die Bilder, die im Umlauf sind, sind beeindruckend: Das Stadion in ein Meer aus weißem Papier getaucht, eine Szene, die viele an das legendäre Monumental-Stadion in Buenos Aires und das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 erinnert. Damals feierten die argentinischen Fans den Sieg mit einem ähnlichen Papiersturm. Doch was in Buenos Aires zur Tradition wurde, ist in Europa längst verboten – und das aus gutem Grund.
Die Sicherheitsbedenken sind real: Die Einführung von brennbaren Materialien in Stadien ist in Spanien, wie auch in Argentinien, strengstens reguliert. Laut Real Decreto 203/2010 dürfen keine Gegenstände über 500 Gramm Gewicht oder 500 Milliliter Volumen mit ins Stadion genommen werden, die als Wurfgeschosse verwendet werden könnten. Der Verstoß kann von der Sperre des Stadions bis hin zu empfindlichen Strafen reichen. Der spanische Fußballverband muss nun entscheiden, welche Konsequenzen für Atlético Madrid und die beteiligten Fans folgen.
In Argentinien, wo ähnliche Szenen kürzlich zu einem Brand während eines Superclásico führten, hat der Fußballverband bereits reagiert und das Werfen von Papier in Stadien komplett untersagt. Die Maßnahme, ergriffen nach einem verheerenden Brand, unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Sicherheitsrisiken. Der Ausschuss für Sicherheit im Fußball erklärte, dass keine Genehmigungen mehr für Aktionen erteilt werden, die die Verwendung solcher Materialien beinhalten – „aus strengen Sicherheitsgründen für die anwesenden Zuschauer.“
Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob dieser kuriose Papierregen ein einmaliger Ausbruch von Fußballleidenschaft oder ein Zeichen für eine wiederkehrende Tendenz ist. Die UEFA wird den Vorfall sicherlich genau unter die Lupe nehmen, und Atlético Madrid muss mit den Konsequenzen rechnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Sicherheitsvorkehrungen in Zukunft nicht durch solche spontanen Aktionen gefährdet werden.
