Atlético erstickt stammkräfte: almada und baena glänzen nur für ihre länder
Thiago Almada lief in Buenos Aires 75 Minuten lang auf, Álex Baena in Málaga sogar 77 – doch zurück in Madrid dürften beide wieder nur die Bank wärmen. Der Atlético-Stall verliert gerade seine teuersten Sommerankäufe in den internationalen Pause-Räumen, wo sie plötzlich wieder unverzichtbar sind.
Die selección wirft einen schatten auf den metropolitano
Beim 3:0 Spaniens gegen Serbien spielte Baena die meisten Pässe korrekt (93 %), schaltete sich immer wieder zwischen die Linien ein und erinnerte daran, warum Luis de la Fuente ihn seit der U19 nie mehr aus der Starting-Elf ließ. Gleichzeitig schickt Diego Simeone den 22-Jährigen nur noch sporadisch aufs Feld – 50 Minuten Schnitt, drei Mal über 75. Die Zahneknirschen-Grafik: 21 Starts in 34 Pflichtspielen, aber nur 1.643 Einsatzminuten. Ein Star-Transfer, der zur Rotationsmaschine verkommt.
Bei Almada sieht es ähnlich aus. Gegen Mauretanien zeigte er die Ballsicherheit, die Atlético in schwachen Phasen vermissen lässt: 44 von 49 Offensivpässen angekommen, Dribblings mit Absicht statt mit Zufall. In LaLiga hingegen saß er in sechs der letzten zehn Partien komplett draußen und rangiert mit 1.218 Minuten auf Platz 18 der Einsatzzeitliste. Das tut weh, wenn man bedenkt, dass Argentinien ihn mittlerweile als fixen WM-Kandidaten um Lionel Scaloni herum plant.

Die champions-league-uhr tickt laut
Nun kehren die beiden zurück ins Training in Majadahonda, wo der Kader sich für das Achtelfinal-Rückspiel gegen Leverkusen wappnet. Simeone wird sie brauchen: Koke schuftet mit Adduktorenproblemen, Griezmann wird geschont, Correa fehlt mit Muskelfaserriss. Die Logik sagt: Jetzt oder nie. Denn wer im März nicht liefert, sitzt im Mai vermutlich auch nur in der Wembley-Kabine.
Atlético zahlt doppelt: einmal die Ablöse, dann die Bank. Denn wer für sein Land Gala gibt, aber im Verein stagniert, treibt die Marktwerte in den Keller und schwächt die sportliche Planung. Die Frage ist nicht, ob sie können – sie haben’s bewiesen. Die Frage ist, ob Simeone sie noch rechtzeitig aufstellt, bevor das internationale Schild hochglanz die Realität in Madrid verklärt. Der Countdown läuft: 80 Tage bis zur WM-Liste, 60 Tage bis zum Pokalendspiel, 90 Minuten bis zur nächsten Chance. Wer jetzt nicht zupackt, fliegt am Ende mit leeren Händen nach Hause.
