Atlantik-ruder-abenteuer: wenn eine welle wie ein haus wirkt
- Extrem-ruderteam "team offshoare" im interview
- Die faszination des unmöglichen
- Intensive vorbereitung auf die tortur
- Sicherheit geht vor: training für den notfall
- Die naturgewalten des atlantiks
- Kämpfen gegen die seekrankheit
- Leben auf engstem raum: routine als schlüssel
- Besondere momente und weihnachten auf see
- Die ankunft in antigua: glückseligkeit nach der tortur
Extrem-ruderteam "team offshoare" im interview
Die Berlinerin Clara Düntsch und die Potsdamerin Jana Golz haben mit ihrem Team "Offshoare" am "World's Toughest Row" teilgenommen – einem der härtesten Ruderwettbewerbe der Welt. In einem Interview mit rbb24 berichten sie von der unglaublichen Herausforderung, den Atlantik in einem Ruderboot zu überqueren. Die Reise führte sie von den Kanarischen Inseln bis nach Antigua über rund 5.000 Kilometer.

Die faszination des unmöglichen
Für Clara Düntsch war die Kombination aus der netten Team-Dynamik und ihrer Leidenschaft für den Wassersport ausschlaggebend. Jana Golz suchte den Reiz des Abenteuers und die Möglichkeit, etwas wirklich Außergewöhnliches zu erleben. Beide waren sich einig: Es sollte ein Abenteuer sein, das an die Grenzen geht.

Intensive vorbereitung auf die tortur
Die Vorbereitung war alles andere als ein Spaziergang. Über zwei Jahre lang trainierten die vier Ruderinnen intensiv. Dazu gehörten über 200 Kilometer gerudertes Trainingspensum, Sicherheitskurse, Funklehrgänge und zahlreiche Stunden auf der Ostsee, um als Team zu wachsen und Sponsoren zu gewinnen. Das Ziel: bestmöglich auf die unvorhersehbaren Bedingungen des Atlantiks vorbereitet zu sein.

Sicherheit geht vor: training für den notfall
Die Sicherheit stand an erster Stelle. Im Training simulierten sie den Worst-Case-Szenario: das Verlassen des Bootes auf hoher See. Sie übten, sich selbst und ihre Teamkolleginnen zu retten und in eine Rettungsinsel zu bringen. Eine Simulation mit zwei Meter hohen Wellen und kaltem Regen sollte sie mental und physisch auf das vorbereiten, was kommen könnte.

Die naturgewalten des atlantiks
Wie fühlt es sich an, wenn eine riesige Welle auf einen zukommt? Clara Düntsch beschreibt es als "ein bisschen, wie wenn ein Haus auf einen zurollt". Anfangs beängstigend, lernten sie aber, die Wellen zu schätzen, da sie auch Geschwindigkeit bedeuteten. Sie versuchten, die Wellen zu "surfen" und vergleicheten ihre Geschwindigkeit mit dem aktuellen Rekord. Dabei schwamm das kleine Boot quasi über die Wellen hinweg, ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten.
Kämpfen gegen die seekrankheit
Die Seekrankheit war eine ständige Begleitung. Während Jana Golz glücklicherweise verschont blieb, hatten die anderen drei Teammitglieder zu kämpfen. Besonders in der ersten Woche war der Zustand von Schicht zu Schicht unterschiedlich. Ein Eimer und verschiedene Seekrankheitsmittel erwiesen sich als unentbehrlich. Die Mitte des Bootes, wo Clara Düntsch ihren Ruderplatz hatte, war der beste Ort, um die Symptome zu lindern.
Leben auf engstem raum: routine als schlüssel
Über 40 Tage lebten die vier Frauen auf engstem Raum, mit einem festen Rhythmus von zwei Stunden Rudern, gefolgt von zwei Stunden Ruhe. Nachts wurde dieser Rhythmus auf drei Stunden Rudern und drei Stunden Schlaf ausgedehnt. Eine strikte Routine war entscheidend, um Streit zu vermeiden und die Aufgaben effizient zu verteilen. Jede hatte ihre Verantwortung, was die Teamarbeit harmonisch gestaltete.
Besondere momente und weihnachten auf see
Trotz der Strapazen gab es unvergessliche Momente. Ein Sonnenaufgang, begleitet von spielenden Delfinen, war für Jana Golz der magische Moment der Reise. Auch Weihnachten wurde gefeiert, wenn auch unter ungewöhnlichen Umständen. Mit einer Lichterkette und einem kleinen Weihnachtsbaum schufen sie eine festliche Atmosphäre, trotz der Wärme und dem ungewohnten Weihnachtslied "Let It Snow".
Die ankunft in antigua: glückseligkeit nach der tortur
Die Ankunft in Antigua war überwältigend. Das Land in Sichtweite zu haben und in den Zielhafen einzufahren, war ein surrealer Moment. Die Begrüßung durch Familie und Freunde war der krönende Abschluss nach all den Entbehrungen und Strapazen. Die beiden Ruderinnen sind sich einig: Sie würden dieses Abenteuer zwar nicht wiederholen, aber die Erfahrungen und die gewonnenen Erkenntnisse waren unbezahlbar.
