Atalanta rotiert durch den marathon: heute udinese, dienstag bayern – palladino zockt schach auf zeit

16 Tage, fünf Spiele, drei Wettbewerbe – die Atalanta wirft sich in einen Rhythmus, der selbst die Tiefschlag-Druckkammer von Bergamo in den letzten Jahren selten gesehen hat. Trainer Raffaele Palladino muss heute gegen Udinese (18.00 Uhr) und am Dienstag im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern München eine Startelf konstruieren, die ohne Scalvini, Ederson, De Ketelaere und Raspadori auskommen muss. Kurz: Er muss rotieren, ohne an Griffigkeit zu verlieren.

Die personaldecke wird dünn – aber die lösungen liegen im kader

Die Rechnung, über die ganze Saison hinweg jederzeit 20 Feldspieler auf Betriebstemperatur zu halten, zahlt sich jetzt aus. Palladino kann sich tatsächlich leisten, Krstovic heute von Anfang an laufen zu lassen – der Serbe jagt nach fünf vergeblichen Versuchen endlich sein erstes Tor gegen Udinese. Dafür dürfte Scamacca auf der Bank beginnen und dann gegen Bayern mit seiner Mischung aus 1,95 m-Brecherformat und Ballbehandlung die zentrale Anspielstation bilden.

Im Mittelfeld könnte Musah endlich den Dauerläufer De Roon schonen. Der Kapitän war seit 9. November in jedem Pflichtspiel dabei, steht bei 431 Einsätzen – nur vier fehlen noch zum Rekord von Gianpaolo Bellini. Die Führungsbinde dürfte er Dienstag zurückbekommen.

Die außenbahn wird zum wechselbad

Die außenbahn wird zum wechselbad

Rechts wechseln sich Bellanova (Udinese) und Zappacosta (Bayern) ab. Letzterer ist zwar in Topform, aber nach seinem frühen Einsatz in Reggio Emilia gegen Sassuolo könnte jede Minute Pause helfen. Links bahnt sich ein Debüt an: Mitchel Bakker stand zuletzt nur für Primavera und U23 auf dem Platz, könnte aber heute erstmals in dieser Saison in der Profimannschaft ran. Bernasconi würde so Luft für den Kracher gegen die Münchner bekommen.

In der Innenverteidigung bleiben nur drei gesunde Mann für zwei Plätze. Kossounouwird wohl beide Partien bestreiten, Djimsiti startet heute, Hien rückt gegen Bayern nach. Links hinten rotieren Ahanor und Kolasinac. Der Plan ist klar: drei Punkte gegen Udinese, um oben dranzubleiben, dann den Triple-Sieger aus der Arena schütteln.

Atalanta spielt nicht – Atalanta verwalte sich nicht. Sie schickt elf Frische auf den Rasen, die alle dieselbe Sprache sprechen: Vollgas bis zur letzten Sekunde. Wenn das funktioniert, war die mühsame Breitgrätschsstrategie der Vorsaison mehr als nur ein Bauchladen – sie war der Grundstein für den Spätherbst, der jetzt kommt.