Pirovano schreibt in val di fassa geschichte – hütter verpasst um 0,01 sekunden

Laura Pirovano lässt 6.000 Italiener im Zielraum von Val di Fassa kollektiv den Atem anhalten, dann brüllt die Masse: 0,01 Sekunden Vorsprung reichen für den zweiten Sieg innerhalb von 24 Stunden. Die 27-Jährige rast mit der roten Startnummer ins Ziel, nachdem sie Cornelia Hütter in einem Finish der Extraklasse um eine winzige Hundertstelsekunde distanziert hat. Die Steiirerin schüttelt ungläubig den Kopf, Corinne Suter (+0,05) komplettiert das Podest. Dahinter die deutsche Hoffnung Emma Aicher: Fehler, Rang zehn, Kristallkugel weg.

Die zahlen, die alles erklären

1:31,44 Minuten – so schnell war Pirovano auf der Saslong-Variante. Sie trifft die idealen 52 Linie, nimmt den letztes Sprung mit 98 km/h und fliegt 38 Meter weit. Hütter legt eine identische Fahrt hin, doch im Zielauftrag verliert sie minimal Zeit. Suter nutzt ihre Erfahrung auf der steilen Hangpassage und sichert sich Rang drei. Die Schweizer Delegation darf trotzdem nicht jubeln: Malorie Blanc (22.), Janine Schmitt (23.) und Delia Durrer (ohne Punkte) bleiben hinter den Erwartungen.

Die Konsequenz für die Gesamtwertung: Pirovano übernimmt 48 Stunden vor dem Finale in Saalbach die Führung, Hütter schmilzt auf 31 Punkte Rückstand. Aicher muss nach ihrem Patzer um 76 Zähler aufholn – ein Ding der Unmöglichkeit.

Was die athleten wirklich sagen

Was die athleten wirklich sagen

Pirovano, noch atmend wie nach einem Sprint: „Ich habe nur gedacht: Gas, Gas, Gas. Dass es wieder reicht, dass es um eine Hundertstel geht – unglaublich.“ Hütter zuckt mit den Schultern: „Ich bin schnell gefahren, mehr geht nicht. Laura war heute eine Nasenspitze besser.“ Suter lacht trocken: „Platz drei ist okay, aber ich will natürlich gewinnen. Morgen ist eine neue Chance.“

Für den Weltcup-Skirennen geht es am Sonntag erneut auf die Piste. Wer die rote Startnummer trägt, wird sich erst in der Zielarena von Saalbach entscheiden. Fakt ist: Pirovano hat den Schwung, Hütter die Form und Suter die Erfahrung. Die Entscheidung fällt um Hundertstel – und das ist in der Abfahrt bekanntlich die reinste Ewigkeit.