Aston-martin-hölle: stroll flucht über unfahrbares auto – honda-panne zum heimspiel

Lance Stroll schmeißt nach dem Qualifying in Shanghai das Mikro auf den Schaltpult, und die Worte knallen so hart wie die Karre über die Kerbs: „Das ist der größte Haufen Scheiße, den ich in meinem verdammten Leben gefahren bin.“ Der Kanadier spricht, was im Aston-Martin-Lager seit Saisonbeginn jeder denkt: Das Auto ist eine Zitterbude mit Powerdefizit, und die Fahrer fürchten um ihre Gesundheit.

Die Zahlen sind gnadenlos: bis zu zwei Sekunden Rückstand pro Runde auf Red Bull und McLaren, null Zieleinlauf für Stroll und Fernando Alonso in zwei Rennen. Dazu ein Honda-Aggregat, das derart vibriert, dass Alonso in Shanghai seine tauben Hände und Füße per Radio meldet – ein Bild, das durch die Boxengasse geistert wie ein abschreckendes Meme.

Warum suzuka zum albtraum werden könnte

Warum suzuka zum albtraum werden könnte

Jetzt droht der nächste Höhepunkt der Demontage: der Große Preis von Japan. Suzuka gilt als Herzstück von Honda – und genau dort muss Aston Martin mit dem zitternden Motor antreten. Honda-Chefingenieur Shintaro Orihara gibt sich vor den Kameras kämpferisch: „Wir arbeiten an der Zuverlässigkeit, aber das Energiemanagement erfüllt noch nicht unsere Erwartungen.“ Übersetzt: Die Kurvenkönige von Suzuka werden das Powerpaket gnadenlos zerlegen.

Intern herrscht Funkstille. Teamchef Mike Krack schweigt zu konkreten Updates, die Mechanikerkolonne schraubt Nachtschichten, doch die nächsten wirklichen Teile kommen erst nach der fünfwöchigen Pause, wenn die Rennen im Nahen Osten abgesagt wurden. Bis dahin bleibt den Fahrern nur eins: durchbeißen und hoffen, dass die Wirbelsäule mitmacht.

Die Ironie: Ex-Honda-Pilot Alonso, der einst mit der Japaner-Marke Weltmeister wurde, muss nun mit ihrem unrunden Aggregat leiden. Strolls Fluchen war nur der Soundtrack zu einem Disaster, das sich vor 300 Millionen TV-Zuschauern live abspielt. Wenn in Suzuka nicht wenigstens eine Zielflagge fällt, droht Aston Martin, sich in der Konstrukteurswertung mit 0 Punkten zu verabschieden – ein Start, den selbst das wildeste 2020er-Jahr nicht kannte.