Aston martin: ein formel-1-projekt am scheideweg?

Die Luft in Silverstone ist zum Schneiden dick. Aston Martin, einst als Herausforderer gehandelt, präsentiert eine Saison, die an eine Katastrophe grenzt. Nach Millioneninvestitionen und dem vielversprechenden Wechsel von Fernando Alonso stellt sich die Frage: Ist das Projekt bereits zum Scheitern verurteilt?

Die schatten der vergangenheit

Die Formel 1 ist bekannt für ihre gnadenlose Natur. Zahlreiche Teams haben bereits erfahren, dass selbst immense finanzielle Mittel und hochmoderne Technologie nicht automatisch zum Erfolg führen. Toyota ließ beispielsweise über 400 Millionen Euro pro Saison versickern, ohne jemals einen Grand Prix zu gewinnen. BMW wagte 2009 unter dem Banner von Sauber einen riskanten Neustart, nachdem man 2008 noch knapp an den Sieg gekämpft hatte – eine Entscheidung, die sich als fatal erwies. Und dann ist da noch McLaren-Honda, eine spektakuläre Partnerschaft, die 2015 in einem Fiasko endete, mit Alonso im Cockpit. Auch sein jüngster Versuch, mit Aston Martin in 2026 Fuß zu fassen, begann ähnlich dramatisch.

Fernando Alonso, eine Legende des Sports, blickt mit vorsichtiger Hoffnung in die Zukunft. “Es ist natürlich noch zu früh, um ein endgültiges Urteil zu fällen”, so Alonso, “aber die rasante Entwicklung, wie wir sie beispielsweise von McLaren im letzten Jahr gesehen haben, lässt Träume entstehen.” McLaren schaffte im Jahr 2023 einen beeindruckenden Aufstieg von den hinteren Reihen an die Spitze, ein Szenario, das Alonso sich auch für Aston Martin wünscht.

Daten, die alarmieren

Daten, die alarmieren

Doch die Realität sieht düster aus. Die aktuellen Leistungsdaten von Aston Martin sind erschreckend – sogar im Vergleich zur gescheiterten McLaren-Honda-Ära. In den ersten Rennen der Saison 2015, 2016 und 2017 waren die Boliden aus Woking noch besser platziert als das aktuelle AMR26. Derzeit liegt Aston Martin weit hinter der Konkurrenz zurück, mit einer durchschnittlichen Differenz von 4,05 Sekunden pro Runde im Qualifying. Im Vergleich dazu lagen die McLaren-Fahrzeuge nie mehr als drei Sekunden zurück.

Die Probleme sind vielfältig. Nicht nur im Qualifying leidet Aston Martin, sondern auch beim Rennen selbst. Lediglich Alonso konnte in Japan, und das auch nur mit stark reduzierter Leistung, die Zielflagge sehen. Von den ausgetragenen Rennen konnten die Aston Martin-Piloten lediglich 62,67 % absolvieren – ein Wert, der im Vergleich zu den McLaren-Werten von 2016, die bei fast 73 % lagen, alarmierend niedrig ist. Die Zuverlässigkeit des AMR26 lässt daher zu wünschen übrig.

Was jetzt?

Was jetzt?

Die Saison ist noch lang, und es besteht die Möglichkeit, die Probleme zu identifizieren und zu beheben. Mike Krack, der Ingenieurchef von Aston Martin, zeigt sich zuversichtlich: “Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein, es gibt unsere Fehler. Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, wir sind nicht am Gewichtslimit. Wenn wir das lösen, sind wir einen Schritt näher.” Auch Honda arbeitet an Verbesserungen der Antriebseinheit, wobei der Fokus auf der Steigerung der Zuverlässigkeit liegt.

Doch der Optimismus ist verhalten. Die meisten Experten sehen Aston Martin nicht als ernsthaften Konkurrenten, selbst wenn die Motorprobleme behoben werden. Die englische Presse berichtet zudem von geplanten aerodynamischen Updates und dem Versuch, Gewicht zu reduzieren. Auch der von Adrian Newey entworfene Chassis scheint nicht das zu leisten, was man erwartet hat. Aston Martin befindet sich auf dem Weg zu einer Saison jenseits der großen Erfolge.