Arsenal baut führung aus: ecken entscheiden london-derby
Fünf Punkte Vorsprung, ein Spiel mehr auf dem Konto – und das Gefühl, dass der Titel nach 22 Jahren wirklich zurückkommen könnte. Der Arsenal FC hat den Chelsea FC im London-Derby am Emirates mit 2:1 bezwungen und den Abstand auf Manchester City in der Premier League wieder hergestellt. Beide Tore der Gunners entstanden aus Eckstoßsituationen. Das ist keine Zufälligkeit mehr – das ist Methode.
Ecken als waffe: arsenal bricht einen premier-league-rekord
Wer das Spiel von Mikel Artetas Mannschaft kennt, weiß: Standardsituationen sind kein Glücksprodukt, sondern handwerkliche Präzision. William Saliba traf Mitte der ersten Halbzeit per Kopf nach einer Ecke, Jurrien Timber legte kurz nach der Stunde nach – ebenfalls nach einem Eckball. Das macht 16 Saisontore aus Eckstoßsituationen, ein geteilter Rekord in der Premier League. Chelsea hatte zwischenzeitlich ausgeglichen: Ein Eckball von Reece James führte zu einem Eigentor von Hincapie kurz vor der Pause. Das Thema des Abends blieb also konsequent dasselbe – auf beiden Seiten der Seitenlinie.

Neto fliegt, raya rettet, chelsea bleibt sechster
Das Spiel hätte enger werden können. Torwart David Raya musste mehrfach eingreifen, wenn Artetas System kurz ins Stocken geriet. Doch dann kam die 70. Minute: Pedro Neto sah innerhalb von drei Minuten zwei Gelbe Karten und musste frühzeitig vom Platz. Es war die neunte Rote Karte für einen Chelsea-Spieler in dieser Saison. Neun. Diese Zahl sagt mehr über den Reifegrad dieser Mannschaft aus als jede taktische Analyse.
Torwart Robert Sanchez leistete sich erneut Fehler, darunter einen beim entscheidenden 2:1. Die Innenverteidigung von Arsenal – Saliba und Gabriel – ließ Chelsea kaum Luft zum Atmen. Die Blues bleiben mit 45 Punkten auf Platz sechs. Trainer Rosenior hat eine solide Basis aufgebaut, aber bis zur Champions League ist es noch ein langer Weg – und dieser Weg führt nicht über Unbeherrschtheit.
Manchester united unter carrick: platz drei ist realität
Während Arsenal seinen Spitzenplatz verteidigte, schrieb Old Trafford eine eigene Geschichte. Die Red Devils bezwangen Crystal Palace mit 2:1 – eine Aufholjagd in Unterzahl der Gäste nach der Roten Karte gegen Lacroix, der in der dritten Minute noch das Führungstor erzielt hatte. Bruno Fernandes per Elfmeter und Benjamin Šeško mit seinem dritten Treffer in Folge drehten die Partie. Seit der Ankunft von Michael Carrick auf der Bank: sechs Siege, ein Unentschieden. Manchester United steht mit 51 Punkten gleichauf mit Aston Villa auf Platz drei. Das ist keine vorübergehende Form – das ist ein Auferstehungsprojekt, das gerade Früchte trägt.
Tottenham versinkt, brighton glänzt
Weniger erfreulich die Lage bei Tottenham Hotspur: Auch unter dem neuen Trainer Tudor gibt es nichts zu holen. Das 2:1 gegen Fulham – mit einem sehenswerten Treffer von Iwobi gegen Torwart Vicario – bedeutet die vierte Niederlage in Folge in der Premier League, zehn Spiele ohne Sieg insgesamt. Die Spurs stehen auf Platz 16, vier Punkte vor der Abstiegszone. Vier Punkte, die sich dünn anfühlen.
Brighton dagegen schlug Nottingham Forest mit 2:1 – drei Tore in den ersten 15 Minuten, zweiter Sieg in Folge. Mittwoch wartet Arsenal. Die Seagulls spielen gerade ihren besten Fußball der Saison, und das ausgerechnet jetzt. Für die Gunners kommt der Test zur Unzeit – oder vielleicht genau zur richtigen.
