Arribas: warum der top-torjäger auf der bank sitzt!

Ein Rätsel um Sergio Arribas: Der Shootingstar von UD Almería, normalerweise Dreh- und Angelpunkt im Angriff, verliert seit der Winterpause überraschend an Spielzeit. Während er weiterhin unangefochten als bester Torschütze der Liga glänzt, wird er zunehmend in der zweiten Halbzeit eingewechselt – oder gar nicht erst eingesetzt. Was steckt hinter dieser strategischen Entscheidung von Trainer Rubi?

Die zahlen lügen nicht: ein torjäger im schatten

Die Fakten sind alarmierend: Sergio Arribas ist mit 21 Treffern der unangefochtene König der Marke in der Segunda División. Doch im Vergleich zu den ersten 21 Spieltagen, als er lediglich neunmal auf der Bank sitzen musste, hat sich sein Standing drastisch verschlechtert. In den letzten 14 Partien wurde er bereits zehnmal zur Halbzeit ausgetauscht. Das ist ein signifikanter Unterschied und wirft Fragen auf. Die Entscheidung von Rubi, seinen besten Torschützen so zu behandeln, ist schwer nachvollziehbar.

Es ist nicht so, dass Arribas Verletzungspech gehabt hätte. Er bestritt 34 von 35 Ligaspielen als Stammspieler. Einzig in den letzten sieben Begegnungen blieb er vollständig auf der Bank – eine Zeit, in der die Almería-Fans ihre besten Spieler dringend benötigen, um den Klassenerhalt zu sichern. Besonders brisant: In drei dieser Spiele (Eibar, Zaragoza und Leganés) stand es bereits unentschieden, als Arribas den Platz betrat. In Castellón und Santander wurde er sogar erst in den letzten 15 Minuten eingewechselt, während seine Mannschaft bereits im Rückstand war.

Neue spieler, alte gewohnheiten?

Neue spieler, alte gewohnheiten?

Die Verantwortlichen suchen nach Erklärungen. Eine mögliche Ursache könnte die Verstärkung der Mannschaft im Wintertransferfenster sein. Mit Morcillo und Miguel de la Fuente hat Rubi nun mehr Optionen im Angriff, was ihm mehr taktische Flexibilität verleiht. Auch Melamed, der von einer Flügelposition in die zentrale Offensive rückte, könnte eine Rolle spielen. Er konkurriert nun direkt mit Arribas um seinen Stammplatz.

Ein weiterer Faktor ist die hohe Belastung des Spielers. Mit 2.866 gespielten Minuten in der Liga ist Arribas einem gewissen Verschleiß ausgesetzt. Obwohl die Almería nach dem frühen Ausscheiden aus dem Copa del Rey nur noch ein Spiel pro Woche bestreiten muss, könnte die Summe der Strapazen zu einer vorübergehenden Formschwäche führen. Rubi selbst deutete nach dem Spiel in Santander an, dass er Arribas aufgrund von Müdigkeit habe eingewechselt.

Doch das eigentliche Problem scheint eine andere zu sein: Die demonstrative Reaktion Arribas auf der Bank beim Spiel gegen Leganés, als er sichtlich verärgert wirkte, deutet auf mehr als nur Müdigkeit hin. Rubi versuchte das herunterzuspielen und betonte die gute Beziehung zwischen ihm und dem Spieler. Aber die Szene wirft einen Schatten auf die vermeintlich harmonischen Verhältnisse.

Die Frage bleibt, ob Rubi mit diesen Taktiken die Mannschaft tatsächlich voranbringt oder ob er seinen besten Spieler unnötig demontiert. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der katalanische Trainer seine Entscheidung revidiert oder ob Arribas weiterhin auf der Bank schmoren muss. Denn eines ist klar: Ohne seinen Top-Torjäger wird es für die Almería verdammt schwer, den Klassenerhalt zu sichern. Die Fans fordern eine Erklärung – und vor allem: den Einsatz ihres Stars!