Arminia stellt zweitliga-rekord ein: 19 verschiedene torschützen – und das ist erst der anfang
19 Torschützen in einer Zweitliga-Saison – das gab es noch nie. Arminia Bielefeld hat mit dem 2:1 gegen Darmstadt 98 die bisherige Bestmarke egalisiert und dabei zwei Winterzugänge zu Helden gemacht. Semir Telalovic und Jannik Rochelt trafen zum Sieg, schraubten die Zahl auf 19 – und sorgten für ein Stück Klubgeschichte.
Winter-neuzugänge werden zur offensiv-waffe
Telalovic, erst im Januar vom 1. FC Nürnberg gekommen, schoss in der 47. Minute den Ausgleich. Rochelt, von Hannover 96 ausgeliehen, netzte neun Minuten vor Schluss zum Sieg ein. Beide hatten noch nie für Arminia getroffen – jetzt stehen sie in einem Atemzug mit Rekord. „Das zeigt, wie breit unsere Offensive aufgestellt ist“, sagt ein sichtlich stolzer Mitch Kniat nach dem Spiel. Die Tore bedeuten nicht nur drei Punkte im Abstiegskampf, sondern auch Platz eins in einer ganz besonderen Statistik.
Kein Zweitliga-Team war je so torgefährlich aus so vielen Füßen. Die Verfolger liegen bereits zurück: Elversberg kommt auf 17 verschiedene Torschützen, Kiel, Hannover und Kaiserslautern auf 16. Der bisherige Rekord von 19 wurde nur dreimal erreicht – zuletzt von Nürnberg in der Vorsaison. Doch Bielefeld hat noch sechs Spiele Zeit, die Marke zu knacken.

Rekord schon nach 28 spieltagen – das ist keine glanzleistung, sondern system
Bisher lag der Höchstwert nach 28 Spieltagen bei 18 Torschützen – das schafften Teams wie Schalke, Kiel oder Düsseldorf. Arminia hat diese Zahl bereits übertroffen. Und das, obwohl sie in dieser Saison nicht einmal in der oberen Tabellenhälfte stehen. „Wir treffen nicht nur mit den Stürmern, wir treffen mit der Mannschaft“, sagt Kniat. Das ist kein Zufall, sondern taktische Philosophie: Viele Läufer, viele Optionen, viele Abschlüsse.
Am anderen Ende der Skala liegt Fortuna Düsseldorf mit nur zehn verschiedenen Torschützen – einmal mehr als der historische Tiefstwert von sieben, den sich Greuther Fürth zweister in den 90ern leistete. Der Kontrast könnte nicht größer sein: Während Düsseldorf auf Einzelkönstler setzt, schießt Bielefeld mit der Brechstange – und das zahlt sich aus.
Die Arminia ist nicht mehr nur ein Abstiegskandidat. Sie ist ein Angriffsprojekt. Und dieses Projekt hat noch Luft nach oben. Sechs Spiele bleiben. Ein Tor reicht. Dann steht Arminia ganz allein da – mit 20 Torschützen und einem Platz in der Geschichte.
