Arminia dreht kellerkracher nach 0:1-rückstand und schubst münster tiefer richtung 3. liga
Kurz nach dem Anstoß herrschte Stimmung wie auf einem verregneten Jahrmarkt, doch am Ende jubelten nur die Gäste: Arminia Bielefeld kam beim Schlusslicht Preußen Münster früh unter die Räder, schaltete aber rechtzeitig den Turbo und erkämpfte sich beim 3:2 (3:1) die wohl goldenen Zähler im Abstiegskampf.
Die Szene nach 120 Sekunden war ein Déjà-vu für alle Arminen: Charalambos Makridis hatte auf links viel Raum, seine Flanke senkte sich perfekt, und Yassine Bouchama vollstreckte per Aufsetzer. Die Führung für Münster, das seit Wochen auf einen Dreier wartete, schien dem Spiel die Richtung zu geben. Doch Bielefeld schlug binnen einer Viertelstunde dreimal zu – so kalt und effizient, wie man es von einem Aufsteiger in der Regionalliga gewohnt ist, nicht aber von einer Zweitligamanufaktur im Sinkflug.

Momuluh, uldrikis und corboz binnen 23 minuten
Monju Momuluh sorgte mit einem artistischen Spitzenschuss fürs 1:1, Roberts Uldrikis köpfte nach einem Freistoß zum 2:1 ein und Kapitän Mael Corboz ließ mit einem Hackentor den altehrwürdigen Preußenstadion die Luft ausgehen. 3:1 – die Pleite für die Hausherren nahm bereits vor der Pause Konturen an.
Die zweite Hälfte war ein einziges Anrennen der Münsteraner. Jorrit Hendrix scheiterte zweimal, Keeper Jonas Kersken wehrte einen Kopfball von Joshua Mees ab. Das 2:3 durch Maximilian Großers Eigentor in der 86. Minute schürte noch einmal Hoffnung, doch die Arminia ließ die Punkte nicht mehr locker. Mit 35 Zählern rutschte Bielefeld vorerst auf Tabellenplatz 13 – ein halbes Dutzend Zähler Luft bis zur roten Zone.
Für Münster dagegen wird die Lage mit jedem Spieltag prekärer. Vier Partien ohne Sieg unter Alois Schwartz, nur noch fünf Punkte bis zur Relegationsposition. Die Stimmung am Bökelberg dürfte angesichts der katastrophalen Defensivleistungen in den ersten 45 Minuten auf einem Tiefpunkt angelangt sein.
Arminia Bielefeld hat sich mit diesem Sieg nicht nur Luft verschafft, sondern auch gezeigt, dass die Offensive bereit ist, den Abstiegskampf mit offenem Visier zu bestreiten. Für Münster bleibt nur die Erkenntnis: Wer hinten so anfällig wirkt, wird unten durchmarschieren. Die Ausblick-Richtung 3. Liga ist längst kein hypothetisches Szenario mehr – sie ist Realität, wenn sich nicht schnell etwas ändert.
