Armbruster fliegt raus: fünfter platz in oslo – und jetzt?
Die Saison ist vorbei, das Podest leer. Nathalie Armbruster sprintete in Oslo zwar 13. auf 5., doch die 1:14 Minuten Rückstand auf Ida Marie Hagen blieben unüberbrückbar.
Die 20-Jährige aus dem Schwarzwald verabschiedet sich damit als Vierter der Gesamtwertung – ohne Sieg, aber mit sieben Podestplätzen. Der Frust sitzt trotzdem: „Ich wollte hier gewinnen, nicht nur angreifen“, sagte sie nach dem Ziel, die Stimme rau vom kalten Oslo-Wind.

Hagen macht's vor: elf siege, ein weltcup, fertig
Ida Marie Hagen feierte ihren elften Saisonsieg, Tara Geraghty-Moats und Minja Korhonen folgten 41,8 Sekunden später. Die Norwegerin dominierte die Nordische Kombination wie selten eine Athletin zuvor – und setzt damit den Maßstab für Armbrusters nächsten Winter.
Der große Brocken heißt jetzt: Olympia 2028. Ohne Podest in Oslo droht der Gedanke an Los Angeles weit weg zu wirken. Doch Armbruster kennt die Lücke: „Ich muss die Schanze um 15 Meter reißen, dann reicht’s auch auf der Loipe.“
Der Deutsche Skiverband drängt auf eine Entscheidung über die Zukunft der Disziplin – Milliardenfrage, nicht nur für Armbruster. Weil die IOC-Zuschauerquoten stagnieren, könnte die Nordische Kombination aus dem Programm fliegen. Ein Olympia-Aus würde Armbrusters Karriereplan komplett über den Haufen werfen.
Fakt ist: Sie hat den Anschluss an die Weltspitze, aber die Spitze ist inzwischen zehn Meter höher gesprungen. Wer nicht mindestens 140 Meter weit fliegt, kann im Langlauf nicht mehr aufholen – egal, wie stark die Beine sind.
Die Saisonbilanz liest sich wie ein halbes Happy-End: zwei zweite Plätze, fünf dritte, kein Sieg. Die Zahlen lügen nicht: Sieben Podestplätze aus 14 Rennen – das ist Konstanz, aber keine Dominanz. Und genau das ist das Problem.
Armbruster packte ihre Ski ein, atmete tief durch und blickte Richtung Sommer. „Nächstes Jahr fange ich früher an“, sagte sie knapp. Dann drehte sie sich um – und ließ den Oslo-Schnee hinter sich, der diesmal kein Konfetti war.
