Ard versteckt dfb-frauen im stream – jule brand schlägt zurück

Wieder einmal schauen Millionen Fußball-Fans ins Leere. Die WM-Quali gegen Österreich läuft am Samstag nicht im Ersten, sondern nur in der ARD-Mediathek. 18 Uhr, Bundesliga-Sportschau, Punkt. Der Rest ist Stream statt Signal.

Warum das erste die nationalmannschaft abschiebt

Die ARD rechtfertigt sich mit einem Vertrag: Die DFL bindet den Samstag-Abend an die Zusammenfassung der Männer. Verschieben? Keine Option. Alternativsender? „Wir wollen uns nicht selbst Konkurrenz machen“, heißt es aus München. Netter Nebeneffekt: Man spart sich Quotenrisiko. Denn Frauenfußball lohnt sich offenbar nur, wenn er keine Sendeplätze kostet.

Jule Brand, 23, Mittelfeld-Motor des dfb-Teams, spitzt die Kritik: „Meine Großeltern schalten den Fernseher an und sehen nur Sportschau. Für sie ist Stream-Chaos.“ Die Botschaft: Die ARD verliert gerade jene Generation, die sie eigentlich mit Milliarden-Gebühren absichert.

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Der Samstag ist kein Zufall. Die Uefa setzt die Quali-Spiele aufs Wochenende, damit sich alle Verbände freie Flugzeiten teilen. Österreich als Heimteam durfte die Anstoßzeit mitbestimmen – und wollte 18 Uhr. In Deutschland rollt indes schon mittags die Bundesliga, am Abend die 2. Liga. Eine freie TV-Schleife? Fehlanzeige.

Loht die ARD dafür zumindest mit Premium-Stream? Ja, aber mit kleingedrucktem Haken: Kommentator, Studio, Expertin Almuth Schult – alles drin, alles live. Nur: Wer ihn nicht findet, schaltet eben ab. Und genau das passiert laut vorläufigen Marktforschungszahlen bei 58 Prozent der über-60-Jährigen.

Der DFB selbst trägt seinen Teil zur Verwirrung bei. Seit Jahren verbannt er Frauen-Länderspiele in den Nachmittag, um „Arbeits- und Schulzeiten“ zu schonen. Doch gegen 14 Uhr wäre am Samstag Platz im Ersten gewesen. Stattdessen: 18 Uhr, Konkurrenzkick, Stream-Dschungel. Die Folge: Ein 4:0-Kantersieg wie gegen Norwegen bleibt einem Großteil der Bevölkerung verborgen – und mit ihm die Geschichten, die den Sport erst lebendig machen.

Die ARD zahlt 6,5 Millionen Euro pro Jahr für die Rechte an Frauen-Nationalspielen. Geld, das im Moment fast buchstäblich im Datenstrom versickert. Brand fordert nicht mehr als Gleichbehandlung: „Wenn wir ein gutes Spiel zeigen, sollte es auch gesehen werden.“ Die Logik ist simpel. Die Realität ist Sendeplan.