Arconada kehrt zurück: 39 jahre nach dem pokal-wunder will er die real sociedad wieder tragen
Seine Handschuhe liegen noch im Koffer, aber diesmal trägt er kein Trikot. Luis Arconada, 65, der Mann, der 1987 mit einer einzigen Parade die Real Sociedad in den Pokal-Olymp katapultierte, fliegt am 18. April nach Sevilla – als lebende Legende, nicht als Keeper. Das Ziel: Atlético Madrid erneut besiegen und den nächsten Titel holen.
Das final-geheimnis von 1987 war keine magie, sondern aktenarbeit
2:2 nach Verlängerung, 5:4 im Elfmeterschießen. Arconada stoppte den letzten Versuch von Donato. „Ich hatte sie alle auf dem Zettel“, sagt er heute im Klub-Interview. „Wer wie anläuft, wer den Ball wo hinschlägt – das steht in meinem Notizbuch von damals.“ 39 Jahre später blättern die Torhüter der Txuri-Urdin in dieselben Seiten: ihre neuen Keeper-Trikots sind exakte Repliken des Designs, das Arconada 1987 trug.
Die Hitze im Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán war damals so erbarmungslos, dass Schiedsrichter Emilio Soriano Aladrén zweimal die Trinkpause anordnete. Die Spieler warfen sich Eiswürfel in den Nacken, die Fans rissen sich die Hemden vom Leib. Arconada stand unbewegt zwischen den Pfosten, als wäre das Thermometer ein Lügner. „Du spielst nicht gegen den Gegner, du spielst gegen den Moment“, sagt er.

Matarazzos mannschaft lässt den alten kapitän nicht schlafen
Seit Wochen schickt ihm der Klub Clips: Remiro’s Fußabwehr gegen Bilbao, Zubimendi’s Seitfallzieher in der 88. Minute. Arconada antwortet mit Sprachmemos voller Stolz. „Sie laufen nicht, sie gleiten. Und sie wissen, wann sie zu stoppen haben.“ Beim Training von Gestern trug er ein weißes Poloshirt mit der Stickerei „San Sebastián 1987“ – ein Geschenk der Mannschaftskapitäne.
Die Statistik liebt diese Geschichte: Real Sociedad gewann nur zwei der letzten zehn Pflichtspiele gegen Atlético. Doch Zahlen kennen keine Legenden. Arconada selbst zitiert lieber das Stadionradio von damals: „El tiempo se detiene cuando el portero decide“ – Die Zeit stoppt, wenn der Torwart entscheidet.
Am 18. April wird er wieder zwischen den Menschen stehen, nicht zwischen den Pfosten. Aber wenn Remiro in der 90. Minute nach links fliegt, wird im Kopf des alten Kapitäns ein Film ablaufen: 1987, Donato, der vierte Schritt, der Blick zur Ecke, die Hand, die den Ball wegdrückt. Und vielleicht, sagt Arconada leise, „vielleicht reicht das ja auch heute noch“.
