Antropova führt scandicci ins halbfinale – milano wartet

Kein Zögern, kein Wanken. Scandicci hat Bergamo in zwei Spielen aus dem Viertelfinale gefegt und zieht zum vierten Mal in Folge ins Halbfinale der Serie A1 ein. Das 3:0 in Treviglio war kein Zufallsergebnis – es war eine Machtdemonstration, angeführt von einer Frau, die an diesem Abend schlicht nicht zu stoppen war.

Antropova macht das spiel zu ihrer persönlichen bühne

Ekaterina Antropova beendete die Partie mit 17 Punkten, einer Angriffsquote von 51 Prozent und dem MVP-Award in der Tasche. Bergamo versuchte alles. Nichts half. Die toskanische Außenangreiferin spielte in einer anderen Liga als der Rest des Feldes, und Trainer Gaspari wusste das – er ließ sie laufen, solange die Beine trugen.

Pikant an der Sache: Scandicci reiste ohne seine Stammzuspielerin Ognjenovic nach Bergamo. Die Serbin blieb wegen eines Fingerproblems zu Hause. Auch Bergamos Eze fehlte verletzt. Zwei Teams, beide geschwächt – aber nur eines davon hatte Antropova.

Wie das spiel auseinanderfiel

Der erste Satz war noch ausgeglichen. Bis zum 16:16 schenkten sich beide Mannschaften nichts, Bergamo aggressiv in der Aufgabe, Scandicci geduldig im Aufbau. Dann schlug Weitzel dreimal in Folge zu – 16:20 – und die Partie kippte endgültig. 20:25, erster Satz an die Toskanerinnen.

Im zweiten Durchgang löste sich Bergamo regelrecht auf. Cervellin reagierte mit Wechseln, brachte Weske und Strubbe für eine fehlerhafte Kipp und Meli. Gaspari antwortete mit Franklin für Skinner – ohne großen Effekt. Was blieb, war Antropova. 17:25, Satz zwei. Das war keine Aufholjagd mehr, das war Verwaltung.

Der dritte Satz folgte demselben Muster. Bergamo kämpfte, fand aber nie den Rhythmus im Angriff und schaffte es zu keinem Zeitpunkt, die gegnerische Diagonale zu kontrollieren. 20:25. Serie 2:0, Halbfinale gebucht.

Scandicci gegen milano – das duell, das der liga gut tut

Am Samstag, den 14. März, beginnt in Spiel 1 der Halbfinalserie das Aufeinandertreffen, auf das ganz Italien gewartet hat: Scandicci gegen Numia Vero Volley Milano. Und damit: Antropova gegen Egonu. Zum vierten Mal in vier Jahren. Ein Duell, das sich jedes Mal neu erfindet und jedes Mal liefert.

Das ist nicht irgendein Halbfinale. Milano und Scandicci sind die einzigen zwei Klubs, die Conegliano in dieser Saison schlagen und Titel abjagen konnten. Was da ab dem 14. März auf das Parkett kommt, ist der kompromissloseste Volleyball, den die Serie A1 zu bieten hat.

Davor steht für Scandicci noch eine andere Aufgabe: Am Mittwoch empfängt man in Florenz Fenerbahçe im Champions-League-Viertelfinale – just jenen Klub, bei dem Ognjenovic unter Vertrag steht. Die Zuspielerin soll dann wieder dabei sein. Es wird ein merkwürdiges Wiedersehen.