Antonelli startet wie angekaut: turbo versagt, hadjar fliegt, wm-alarm in shanghai

Kimi Antonelli kam mit dem Bremspedal durch, aber der Turbo blieb stumm. Der 19-jährige Mercedes-Junior rutschte in der chinesischen Sprint-Quali noch auf die erste Reihe, fiel im Rennen aber auf Platz fünf zurück – und das war noch das beste Stück einer verpatzten Premiere.

Der start: ein sekundenbruchteil, der alles versaute

„Das Turboloch war leer, ich habe fast gestallt“, sagte Antonelli noch mit zitternder Stimme. Die Startprozedur hatte das Laderad noch nicht auf Touren gebracht, der Bologneser löste wie ein alter Diesel, wurde von acht Autos verschluckt. Die 10-Sekunden-Strafe wegen Kollision mit Jack Hadjar war nur die zweite Blamage. „Ich war zu spät dran, das geht auf meine Kappe“, räumte er ein, nachdem er den RB20 in der Haarnadel touchiert hatte.

Die Zahlen liegen auf dem Tisch: 0,8 Sekunden Startverlust zur Pole, 17 Kilometer pro Stunde weniger Top-Speed als Russell. Und trotzdem holte Antonelli noch fünf Punkte, weil er im zweiten Stint mit weichen Reifen 1:39,2 Minuten Rundenzeit schraubte – schneller als Leclerc, schneller als Sainz.

Russell zeigt ihm, wie das b-team funktioniert

Russell zeigt ihm, wie das b-team funktioniert

George Russell fuhr souverän aufs Podest, demonstrierte, wie man das aktuelle Mercedes-Paket entzaubert. Antonelli musste zusehen, wie sein Stallchef nach 21 Runden 12,4 Sekunden Vorsprung herausholte. „Das Auto kann mehr, wenn man es nicht selbst blockiert“, sagte Teamchef Toto Wolff knapp. Die Lehre: Technik ist nur halb Miete, der Rest ist Timing.

Morgen steht das Hauptrennen an. Antonelli startet von Platz sieben, hat aber Freifahrt: Neue Kontroll-Elektronik, frische Turboschaufeln, ein Reset. Die WM-Wertung? Zweiter hinter Russell, nur acht Punkte Rückstand. Genug Luft, um sich selbst zu erlauben, Fehler zu verbrennen – und nicht die Saison.